Freiburger Münsterturm

Freiburger Münster mit eingerüstetem Turm

Seit Mitte September ist der Freiburger Münster­turm nicht mehr eingerüstet. Zwölf Jahre Sanierung bedeuteten eine enorme Heraus­forderung. Es ging nicht nur um das Ausbessern schadhafter Buntsandsteine, Zierelemente und um die Restaurierung von Maßwerken und Figuren. Vor allem war es das von den Baumeistern im Mittel­alter erdachte Ringankersystem, das die Stabilität des gesamten Turmhelms gefährdete. Mehrere Ecksteine, auf denen ein Großteil des Gewichts des insgesamt 620 Tonnen schweren Turmhelms liegt, waren beschädigt, die im Inneren verbauten Metallringe, die als Anker für stabilisierende Metallstangen dienen, korrodiert.

Die Lösung des Problems war deswegen so kompliziert, weil man auf keine Erfahrungen mit Turmhelmen zurückgreifen konnte, denn die Freiburger Konstruktion ist weltweit einzigartig. Erst nach aufwendigen statischen Modell­rechnungen zeichnete sich eine Lösung ab, die Metallseile außen vermied und die stabilisierenden Verspannungen nach innen verlegte. Insgesamt ersetzten die Steinmetze 121 schadhafte Steine und reparierten 225 Steinteile. Dabei musste fast keiner der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Originalsteine ausgetauscht werden. Die meisten Beschädigungen stammen aus Restaurierungen der 1920er und 1960er Jahre.

Natursteinarbeiten im Galeriebereich des Freiburger Münsters
(Fotos: M.L. Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz)

Münsterbauhütte UNESCO

Seit über 800 Jahren existiert in Freiburg die Münsterbauhütte, einer der traditions­reichsten Steinmetzbetriebe in Deutschland. Von ca. 1200 bis 1536 war die Bauhütte für den Bau des Freiburger Münsters verantwortlich, bis heute ist sie maßgeblich an seiner Instandhaltung beteiligt. Ca. 15 Mitarbeiter beschäftigt die Hütte, darunter Steinmetze, Steinbildhauer, Steintechniker, Restauratoren, Auszubildende.

Das Aufgabengebiet der Münsterbauhütte umfasst die Planung der Restaurierungsarbeiten, die Wahl der entsprechenden Gesteinsarten, die Arbeit am Stein, den Auf- und Abbau der Gerüste, das Versetzen der fertigen Steine am Bauwerk und die Dokumentation der ausgeführten Arbeiten. Für die Restaurierung des Westturmhelms bestand seit 2006 eine zusätzliche Werkstatt mit einem eigenen Team von ca. fünf bis acht Mitarbeitern direkt am Münsterturm. Zu den traditionellen Arbeitsmethoden nutzte man CAD-Programme und 3D-Drucker.

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