Metallfund

Eine besonders interessante Grabbeigabe, die 2014 auf dem Schweinsrück zutage kam, wurde Thema einer Bachelorarbeit: David Bitter, Student der Fachrichtung »Konservierung und Restaurierung« der Fachhochschule Erfurt, untersuchte die Reste eines Schildbuckels, des schmiedeeisernen Mittelteils eines Holzschildes, die in einer Keramikurne gefunden wurden.

Fundstück, Teil eines Rundschildes mit schwarzen, nicht-korrodierten Stellen,
vor und nach der Restaurierung (Fotos: David Bitter)

Für seine Arbeit forschte er am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar. Er setzte sich aber auch mit Wissenschaftlern der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena in Verbindung, denn Teile der 2000 Jahre alten metallischen Oberfläche waren nicht korrodiert. Möglicherweise hatte sich dort durch Hitzeeinwirkung eine schützende Schicht auf der Oberfläche gebildet, im Querschliff als dunkle Linie erkennbar. Physiker der EAH Jena untersuchten eine etwa 2 mm große Probe unter dem Rasterelektronenmikroskop. Mittels der Röntgenspektroskopie ließ sich eine auf dem Metallkern liegende Passivierungsschicht aus verschiedenen Eisenoxiden nachweisen. Diese Oxidschicht konnte als Brandpatina identifiziert werden. Die Elektronenrückstreubeugung analysierte im Inneren der Patina Wüstit, ein Eisenoxid, das bei sehr hohen Temperaturen, um 750–950 °C, entsteht, in der Mitte befand sich Magnetit und am äußeren Rand der Brandpatina Hämatit. Ob diese Oxidschicht durch das Schmieden des Schildbuckels oder durch die Verbrennung des Toten zustande kam, lässt sich nur vermuten. Die Brandpatina hat viele Spuren erhalten, die sonst durch die Korrosion verloren gegangen wären.

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