Leonardo: Savator Mundi

»Salvator mundi«, Öl auf Walnussholz, 66 x 46 cm, Leonardo da Vinci zugeschrieben, um 1500
(Foto: Tim Nighswander, www.imaging4art.com)

Das Gemälde »Salvator mundi« befand sich in einem sehr schlechten Zustand als es 2005 in die Hände des New Yorker Kunsthändlers und Kunsthistoriker Robert Simon kam. Trotz der entstellenden Übermalungen aus früheren Restaurierungen vermutete dieser ein qualitativ hochwertiges Original, jedoch nicht ein Werk Leonardos.

Er veranlasste die Restaurierung durch Dianne Dwyer Modestini, Senior Research Fellow and Paintings Conservator for the Samuel H. Kress Program at the Conservation Center of the Institute of Fine Arts, New York University. Erst nach Freilegung der ursprünglichen Malerei erfolgte die Begutachtung durch Mina Gregori (Universität Florenz) und Nicholas Penny (Direktor der National Gallery London, damals noch Kurator der Skulpturen in der National Gallery of Art in Washington, D.C.). Anschließend befassten sich die Kuratoren des Metropolitan Museum of Art, Carmen Bambach, Andrea Bayer, Keith Christiansen, Everett Fahy und Michael Gallagher mit dem Gemälde.

Im Mai 2008 kam der »Salvator mundi« in die National Gallery London zum Vergleich mit der etwa zeitgleichen Felsgrottenmadonna. Mehrere Leonardo-Experten wurden eingeladen, um das Gemälde dort zu untersuchen. Im Jahr 2010 konnten schließlich die Konservierungsarbeiten an der Tafel abgeschlossen werden. In einer erneuten Begutachtung kamen die Experten zu dem Schluss, dass es sich bei dem Gemälde um ein eigenhändiges Werk Leonardo da Vincis handelt, von dem sich sämtliche bekannten Kopien ableiten. Die Zuschreibung stützt sich auf stilkritische Argumente, auf materialtechnische Untersuchungen und vor allem auf die Analyse zahlreicher Pentimenti, die der Künstler selbst an seinem Werk vorgenommen hat. Nach Frank Zöllner, dem Verfasser des maßgeblichen Oeuvrekatalogs der Gemälde Leonardos, ist das Werk eher der Werkstatt Leonardos zuzuordnen unter Beteiligung des Meisters. Ein Argument ist, dass das Bild umfangreich restauriert wurde, weshalb die ursprüngliche Qualität sehr schwer zu beurteilen ist. Außerdem entspräche die Sfumato-Technik des Gemäldes eher der seiner Schüler, ebenso weitere Details. Robert Simon, Martin Kemp und Margaret Dalivalle kündigten eine Publikation mit technischen Einzelheiten der Untersuchung des Gemäldes an.

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