Möbelpflegemittel unter der Lupe

Von Jirina Lehmann

In den letzten Jahrzehnten wandte sich die Aufmerksamkeit der Möbelrestauratoren verstärkt den Mitteln zu, die zur Pflege von Oberflächen historischer Möbel verwendet wurden und werden. Besonders auf den Hochschulen mit Restauratorenausbildung wurden Arbeiten erstellt, die sich mit der Problematik der im Handel erhältlichen Möbelpflegemittel befassen1. Jedoch fehlen bislang Tests, die es erlauben, die Eigenschaften dieser Möbelpflegemittel vom restauratorischen Gesichtspunkt aus zu beurteilen und zu vergleichen.

Abb. 1: Anpreisen der Möbelpolitur Perfectol (von ca. 1940)

Eine Testreihe mit handelsüblichen Möbelpflegemitteln erstellte in den Jahren 1989/1990 die chemisch-technologische Abteilung des Staatlichen Institutes für Denkmalpflege in Prag in der damaligen Tschechoslowakei. Das Ziel dieser Testreihe war, aus diesen damals erhältlichen Möbelpflegemitteln diejenigen auszuwählen, die sich für die Behandlung von historischem Mobiliar in staatlichen Schlössern und in Privatbesitz eignen. Drei verschiedene Hersteller stellten ihre Produkte zur Verfügung und gaben auch die Zusammen­setzung ihrer insgesamt zehn Produkte preis, allerdings ohne Konzentrationsangaben, um ein Nachahmen der Produkte zu verhindern. Heute sind diese Produkte entweder nicht mehr im Handel, oder es ist damit zu rechnen, dass ihre Zusammensetzung mehr oder weniger verändert ist, in dem ständigen Bemühen der Hersteller um eine Optimierung der Produkteigenschaften.

Die Methodik der Testreihe von 1989/1990 ist jedoch auch heute noch zeitgemäß. Sie zeigt, dass durch geeignete Messungen wichtige Eigenschaften der Möbelpflegemittel verifiziert und verglichen werden können.

Der unveröffentlichte Bericht gab den Anlass für diesen Artikel und bildet seine Grundlage2. Jedoch klammerte die damalige Testreihe bewusst restaurierungsspezifische Interpretationen aus, die in diesem Beitrag ergänzt werden.

Abb. 2: Reich bestücktes Verkaufsregal für Möbelpflegemittel

Getestete Möbelpflegemittel

Wie bereits erwähnt, wurden insgesamt zehn Möbelpflegemittel von drei verschiedenen Herstellern getestet. Die tschechischen Namen der Produkte werden hier nicht aufgeführt, weil sie für die Leser mehr verwirrend als hilfreich wären. In der Tabelle 1 sind die Herstellerangaben zusammengefasst.

Tab. 1: Die getesteten Möbelpflegemittel und ihre Anwendung

Nr. des Pflege-
mittels

Bestimmung und Anwendung
(Angaben der Hersteller)

1

Pflegemittel für zeitgenössische Möbel

Anwendung: kleine Menge auf mäßig angefeuchtetes Läppchen auftragen und gleichmäßig auf die zu behandelnde Fläche verteilen, dann mit einem weichem, sauberem und trockenem Tuch (Flanell) polieren. Erzielt wird ein hoher Glanz, sowie eine saubere und belebte Oberfläche. Da das Mittel organische Lösungsmittel enthält, geeignete Schutzhandschuhe tragen, benetzte Haut mit warmen Wasser und Seife reinigen

2

Universaler Möbelreiniger mit antielektrostatischer Wirkung, geeignet auch zur Reinigung von Kunstleder, Kunststoffoberflächen und von lackierten Möbeln, Türen und Fensterrahmen.

Anwendung: Die gereinigten Flächen werden mit einem Tuch trocken gerieben. Gereinigte Flächen ziehen viel weniger Staub an. Nicht geeignet für Flächen, die nur gebeizt oder mit spirituslöslichen Lacken oder Nitrozelluloselacken behandelt sind.

3

Reinigungsmittel für Möbel mit matter Oberfläche

Anwendung: auf ein sauberes, trockenes und farbechtes Tuch geben und auf die Oberfläche auftragen. Sofort nach der Reinigung die Reste des Reinigungsmittels mit einem feuchten Schwamm abnehmen. Mit einem weichen Tuch die Oberfläche trocken reiben. Es wird immer in Richtung der Holzfaser gearbeitet. Nicht bei offener Flamme arbeiten.

4

Pflegemittel für lackierte Möbel

Anwendung: Pflegemittel auf ein sauberes Tuch tropfen und die Oberfläche damit einreiben bis sie fast trocken ist. Dann mit einem weichen Tuch (Flanell) polieren.

5

Reinigendes und polierendes Mittel für lackierte und polierte Möbel, Klaviere, Fensterrahmen usw.

Anwendung: Vor Gebrauch gut schütteln. Pflegemittel mit einem weichen Tuch gleichmäßig auftragen und trocknen lassen, dann die Oberfläche mit einem weichen, trockenen Flanelltuch polieren.

6

Glanz bildendes Pflegemittel für Möbel und Kunstleder

Anwendung: auf ein sauberes weiches Tuch angemessene Menge des Poliermittels aufbringen und Möbeloberfläche oder Kunstleder damit nach und nach reinigen, bis die Oberfläche fast trocken ist. Nach dem Trocknen mit sauberem und trockenen Tuch polieren.

7

Reinigendes Pflegemittel mit antistatischer Wirkung

Anwendung: Ein weiches Tuch mit dem Pflegemittel anfeuchten und damit die Möbelflächen reinigen. Der Schmutz wird sehr leicht entfernt. Geeignet auch für Oberflächen von Kühlschränken und Waschmaschinen, und für solche aus Kunststoff. Bei sehr starken Verunreinigungen empfiehlt sich die orherige Reinigung mit handelsüblichen Putzmitteln.

8

Ein Entwicklungsprodukt, keine Anleitung beigefügt.

9

Glanz bildendes Pflegemittel für Möbel

Anwendung: Tuch in Wasser tauchen und auswringen, dann Pflegemittel auftragen und Möbel damit reinigen. Mit einem trockenen Tuch die Oberfläche anschließend polieren. Ein einwandfreier Glanz wird erreicht. Nicht zu verwenden für gewachste Oberflächen.

10

Glanz bildendes Pflegemittel für lackierte Möbel

Anwendung: Pflegemittel auf gereinigte Flächen aufgetragen und mit einem weichen Tuch fast trocken reiben. Nachdem die Fläche ganz trocken ist, mit Flanelltuch polieren. Regelmäßige Behandlung mit diesem Pflegemittel schützt die Möbeloberflächen und verleiht ihnen einen hohen Glanz.

Aus der Tabelle 1 wird ersichtlich, dass unter den getesteten Möbelpflegemitteln sich vor allem solche für lackierte und polierte Oberflächen befinden. Die Pflegemittel Nr. 2 und 3 sind Reinigungsmittel. Das Produkt Nr. 3 soll zusätzlich das Anhaften von Staub vermindern. Wegen des Gehalts an Ethanol wird das Möbelpflegemittel Nr. 2 als nicht geeignet für Nitrolack- und Schellackoberflächen bezeichnet, das Produkt Nr. 3 wird aus dem gleichem Grund als Reinigungsmittel lediglich für matte Oberflächen empfohlen.

Abb. 3: Reklame für Centralin aus den 1950er Jahren

Aus restauratorischer Sicht sind die Angaben aller Hersteller wenig differenziert. Allgemeine Aussagen wie »für Möbel« oder »für lackiere Möbel« usw. berücksichtigen nicht geschlossene und offenporige Oberflächen sowie verschiedene zur Lackierung verwendete Materialien. Auf die Problematik der Pflege von historischem Mobiliar gehen die Hersteller verständlicherweise nicht ein. Ähnlich wie bei anderen Fertigprodukten (z. B. Fungizide, Kunstharze) verweisen sie bei Nachfrage auf die Notwendigkeit zu prüfen, ob das jeweilige Mittel für den spezifischen Fall geeignet ist.

Sowohl Eigenschaften wie Anwendungsmöglichkeiten von Möbelpflegemitteln stehen in engem Zusammenhang mit ihrer Zusammensetzung. Daher war es sehr wichtig, dass die Hersteller für die Testreihe auch die Zusammensetzungen der getesteten Möbelpflegemittel zur Verfügung stellten. Sie sind in der Tabelle 2 dargestellt.

Tab. 2: Zusammensetzung und Eigenschaften der getesteten Möbelpflegemittel

Nr. des
Pflegemittels

Zusammensetzung

pH-Wert

Farbe

Physikalischer Zustand

1

Ölsäure
Triethanolmin
Etoxon®
(antistatisches Mittel)
Slovaton©
(Netzmittel)
Wasser

7,5

gelbbraun

klare Lösung

2

Solvasol® SF
(Emulgator)
Syntron®
(Netzmittel)
Orthosan© MB
(Fungizid)
Di- und Triethanolamin
Ethylalkohol
Terpene

8,5 – 9

gelb

Emulsion

3

Nichtionogenes Tensid
Wasser
Ethanol
Duftstoffe

 

gelblich

klare Lösung

4

Slovasol®
(Emulgator)
Türkisch Rotöl3
(Tensid)
Rizinusöl
Mineralöl
Triethanolamin
Morpholin
Formaldehyd
Neovax®
(Mikrowachs)
Wasser

7 – 8,5

weiß

Emulsion

5

Türkisch Rotöl
(Tensid)
Rizinusöl
Mineralöl
Silikonöl
Triethanolamin
Ammoniaklösung
Formaldehyd
Wasser

7 – 8

weiß

Emulsion

6

Wachs KSE Hoechst
Carnaubawachs
Poligen®
(Methylzelluloseester)
Hostaphat®
(antistatisches Mittel)
Slovasol® (Emulgator)
Lukooil®
(Silikonöl)
Benzin
Wasser

5 – 6

weiß

Suspension

7

Polyethylenglycol 6000
Slovaviv®
(Weichmacher)
Bronidox®
(nicht bekannt)
Pinaxol®
(Gemisch von Terpenen)
Wasser

6 – 8

farblos

klare Lösung

8

Paraffin
Zeresin
Bienenwachs
Benzin
Terpentinöl

 

gelblich

Suspension

9

Vaselinöl
Terpentinöl
Leinöl
Petroleum
Benzin
Terpentinbalsam
Aceton
Resinolrot
(Farbstoff)

 

rot

klare Lösung

10

Petroleum
Emulgierte Öle
Lösungsmittel
Wasser

 

weiß

Emulsion

Manche der unter den Inhaltsstoffen aufgeführten Markennamen konnten durch nachträgliches Erfragen der Verfasserin in der tschechischen Republik zumindest in ihrer Wirkungsweise entschlüsselt werden (siehe Klammern). Nur ein Markenname ließ sich leider nicht klären. Bei Betrachtung der Bestandteile der Möbelpflegemittel ist zu berücksichtigen, dass Tenside sowohl als Netzmittel als auch als Emulgatoren wirken können. Die Art der Wirkung kann ohne nähere Erläuterungen des Herstellers mit letzter Sicherheit nicht beurteilt werden.

In der Testreihe waren vom physikalischen Gesichtspunkt alle drei Gruppen von Möbelpflegemitteln vertreten: Lösungen, Emulsionen und Suspensionen. Nr. 5 enthielt damals noch Formaldehyd, das heute zweifellos in keinem Möbelpflegemittel mehr vorkommt. Nr. 2 und 3 sind Reiniger ohne filmbildende Bestandteile.

Abb. 4: Mit Holz vertäfelte Eingangshalle in Braunlage/Harz,
Sanatorium Dr. Barner, bei der davon auszugehen ist,
dass verschiedene Marken von Möbelpflegemitteln zur Anwendung kamen.

Testmethode

Es wurde vorerst festgelegt, welche Anforderungen an die Wirkung der Möbelpflegemittel im Bereich historisches Mobiliar zu stellen sind. Im Einzelnen sind es:

Hinsichtlich dieser Anforderungen sind Möbelpflegemittel mit Anstrichen vergleichbar. Also bediente man sich der genormten Industrie-Prüfungsmethoden, die in diesem Bereich bereits üblich sind4. Gewisse Abweichungen ergaben sich mit Rücksicht auf die spezifische Problematik historischer Möbel. Eine Ausnahme bildete die Prüfung der Staubaufnahme (antistatischer Wirkung). Für diesen Zweck entwickelte man gesonderte Prüfmethoden.

Auch für die Prüfung auf Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit/Luftfeuchtigkeit konnte die entsprechende Industrienorm nicht angewendet werden, man musste auf Wasser ausweichen, das man auf die Oberfläche aufgetragen hat.

Abb. 5: Auch diese Kommode (Braunlage/Harz, Sanatorium Dr. Barner)
erfuhr zahlreiche Behandlungen mit kommerziellen Mitteln.

Probekörper

Die Modifizierung der genormten Tests betraf vor allem die Prüfkörper selbst. Sie wurden nicht wie in der Anstrichmittelindustrie üblich aus Metall gefertigt, sondern aus Ahornholz (Größe: 60 x 60 x 0,6 mm). Für die Veredelung der Oberfläche wählte man ein bei historischen Möbeln häufig verwendetes Material, eine 10%-ige Lösung von Schellack Lemon in Ethanol. Den Schellack trug man nicht mit dem Ballen auf, sondern tauchte die Prüfkörper in die Schellacklösung, um reproduzierbare, das heißt möglichst einheitliche Oberflächeneigenschaften zu erzielen. Das Eintauchen erfolgte dreimal, bei allen Probekörpern auf die gleiche Art und Weise, dazwischen lagen ausreichende Trocknungszeiten bei konstanter Temperatur.

Beim Auftragen der zu prüfenden Möbelpflegemittel konnte man den Hinweisen der Hersteller nicht folgen, wenn eine möglichst hohe Vergleichbarkeit der Ergebnisse erreicht werden sollte. Mit Hilfe einer Injektionsspritze wurden auf jeden Probekörper 0,2 ml des jeweiligen Möbelpflegemittels aufgebracht und mit der Injektionsnadel auf der ganzen Fläche gleichmäßig verteilt. Nachdem die Filme getrocknet waren, polierte man alle Testflächen mit demselben textilen Material, wobei auf konstanten Druck sowie gleiche Zahl und Gleichmäßigkeit der Bewegungen geachtet wurde.

Die Messungen der einzelnen Eigenschaften der Möbelpflegemittel wurden mit einem jeweils geeigneten Messgerät durchgeführt.

Testen der antielektrostatischen Wirkung

Staubanhaften (antielektrostatische Wirkung)

Das Anhaften des Staubes auf wagrechten und senkrechten Möbelflächen wird durch die elektrostatische Anziehung der Staubpartikel begünstigt. Sie beeinträchtigt die ästhetische Wirkung, vor allem den Glanz der Möbeloberfläche. Dazu kommt, dass wiederholtes intensives Staubwischen auf lackierten Oberflächen zu Schäden führt, denn es entstehen Mikrokratzer besonders dort, wo im aufliegenden Staub ein großer Anteil anorganischer Partikel nachzuweisen ist. Das Staubwischen kann auch dazu führen, dass Lackierungen bzw. Polituren matt werden. Das Herabsetzen des Anhaftens von Staub stellt also auch eine wichtige konservatorische Maßnahme dar, abgesehen von der Verminderung des Arbeitsaufwandes bei der Möbelpflege.

Die antielektrostatische Wirkung eines Möbelpflegemittels muss nicht nur auf der Zugabe eines antielektrostatisch wirkenden Mittels beruhen. Durch Ladungsverteilung auf den Oberflächen, verursacht durch die mechanischen Kräfte beim Verteilen und Polieren des Möbelpflegemittels, kann das Abweisen von Staub ebenso beeinflusst werden.

Durchführen des Tests

Der Test sollte zeigen, inwieweit die getesteten Möbelpflegemittel das Anhaften des Staubes reduzieren. Die Probe- und die Vergleichskörper (Schellackauftrag ohne Möbelpflegemittel) wurden drei Monate lang aufgewirbeltem Staub ausgesetzt. Als geeigneten Ort wählte man die Räume mit Besucherverkehr auf der Burg Karlstein bei Prag. Bei einer Besucherzahl von ca. 3000 Personen pro Tag wird hier (leider) genügend Staub aufgewirbelt. Die Probekörper wurden in einem Rahmen senkrecht aufgestellt, da auf senkrechten Flächen das Staubanhaften ausschließlich auf der Wirkung von elektrostatischen Kräften zurückzuführen ist.

Abb. 6: Schädigende Staubschicht auf einem Sakristeischrank
(Kloster Wennigsen bei Hannover)

Ergebnis

Nach drei Monaten wurde der Staub mit einer weißen daktyloskopischen Folie von den Probekörpern abgenommen. Die Staubverschmutzung der weißen Folien misst ein Gerät, das die Veränderung des Weißgrades der Folie als farbige Abweichung (Δ E) aufzeichnet5. Als Standard diente eine unbenutzte Folie. Je größer Δ E ist, desto mehr Staub haftet an den Probe- und Vergleichskörpern und desto kleiner ist die antielektrostatische Wirkung des Möbelpflegemittels. Die Messergebnisse sind im Diagramm 1 dargestellt.

Diagramm 1: Staub
1-10 Möbelpflegemittel, R=Referenzprobe

Auswertung

Aus den gemessenen Werten geht eindeutig hervor, dass alle Probekörper, die mit einem Möbelpflegemittel behandelt wurden, viel weniger Staub anziehen als die Referenzprobe, das heißt die Schellackoberfläche ohne Möbelpflegemittel (Δ E= 0,8).

Die besten Ergebnisse erzielten die Möbelpflegemittel mit der kleinsten Veränderung des Weißgrades (Δ E 0,1–0,4), das sind die Möbelpflegemittel Nr. 5 und 6, sowie Nr. 1, 7 und 8. Es bewährte sich also sowohl eine Ölemulsion ohne spezifisch antielektrostatische Komponente (Nr. 5), wie auch solche Möbelpflegemittel, die mit einem antielektrostatischem Zusatz ausgerüstet sind (Nr. 1) und eine Öl-Wachssuspension (Nr. 6).

Schlechter sind die Messergebnisse der Probekörper Nr. 2, 3 und 4. Das Messergebnis Nr. 2 überrascht insofern, als gerade dieses Pflegemittel zum Herabsetzen des Staubanhaftens empfohlen wird. Allerdings ist zu beachten, dass der Hersteller vor der Anwendung an unter anderem spirituslöslichen Lacken warnt. Die Nichteignung spiegelt sich auch in dem Messergebnis wider und zeigt, wie wichtig ist es, dass ein Möbelpflegemittel auf das Material der Oberflächenveredelung abgestimmt ist. Offensichtlich hat hier der enthaltene Ethylalkohol zu einer Beschädigung der Schellackschicht geführt und damit zu einer Veränderung der Ladungsverteilung an der Oberfläche.

Abb. 7: Auch der Schrank mit intarsierter Oberfläche wird mit
kommerziellen Möbelpflegemitteln behandelt (Kloster Heiningen bei Hannover).

Testen des Glanzes

Bei lackierten und polierten Möbeln ist der Glanzgrad entscheidend für die intendierte Wirkung. Durch die Behandlung mit Möbelpflegemitteln soll die Wirkung zumindest erhalten, wenn nicht gar erhöht werden. Allerdings ist die optische Beurteilung von Glanz schwierig und nur bei großen Unterschieden möglich. Daher sind physikalische Messungen unerlässlich.

In der Anstrichmittelindustrie wird der Glanz bei bestimmten Anstrichen als Qualitätsmerkmal gewertet, seine Verminderung gilt als Merkmal der beginnenden Degradation des Anstriches6. Daher sind die Glanzmessungen in der Anstrichmittelindustrie geläufig7. Sie basieren auf der Definition des Glanzes nach dem Sneliuschen Gesetz: Der Glanz eines Anstriches ist die Fähigkeit, Lichtstrahlen zu reflektieren. Die Messungen bestimmen die Menge des vom Anstrich reflektierten Lichtes im Vergleich zu einer Referenzfläche. Diese Referenzfläche ist eine genormte schwarze Glasplatte mit zugeordnetem Glanzwert = 100.

Durchführen des Tests

Die Messungen sollten zeigen, inwieweit die getesteten Möbelpflegemittel den Oberflächenglanz des Schellackauftrages erhöhen oder herabsetzen. Deshalb wurden vorerst die Messungen an den Probekörpern mit der aufgetragenen (nicht polierten) Schellackschicht durchgeführt. Erst dann behandelte man die Probekörper insgesamt dreimal mit dem jeweiligen Möbelpflegemittel. Nach jeder Behandlung, nach dem Trocknen und dem Polieren des Auftrages, wurde erneut gemessen. Die Ergebnisse sind im Diagramm 2 zusammengefasst, wobei der zweite Auftrag wegen der zu kleinen Unterschiede nicht dargestellt ist.

Diagramm 2: Glanz
Möbelpflegemittel 1-10

Auswertung

Bei der Betrachtung der Messergebnisse fällt auf, dass der Schellack der Probekörper schon vor dem Auftrag der Möbelpflegemittel ziemlich unterschiedliche Glanzwerte aufwies, obwohl auf einheitliche Vorgehensweise geachtet wurde8. Nach dem ersten Auftrag hatte sich der Glanzwert der Schellackoberflächen nicht wesentlich verändert. Eine geringfügige Erhöhung des Glanzes erfolgte bei den Möbelpflegemitteln 2, 3 und 7. Die übrigen Möbelpflegemittel verursachten eine Herabsetzung des Glanzwertes, die bei Nr.10 besonders auffällig ist.

Nach dem dritten Auftrag zeigten alle Probekörper viel niedrigere Glanzwerte, bei der Nr. 10 hat sich der Glanzwert sogar halbiert.

Interessant sind die Ergebnisse beim Möbelpflegemittel Nr. 3, einem Reinigungsmittel ohne filmbildende Bestandteile. Bei Messungen nach dem 1. Auftrag war es der Testsieger, sein Glanzwert kam dem des Schellacks gleich. Der dritte Auftrag setzte den Glanzwert des Schellacks fast um die Hälfte zurück. Ähnliche, jedoch nicht so auffällige Messergebnisse brachte das Möbelpflegemittel Nr. 2, auch ein Reinigungsmittel ohne Filmbildner.

Dieses Phänomen kann nur auf Wirkung des Ethanols zurückgeführt werden, das beim ersten der wiederholten Aufträge die Schellackschicht angegriffen hat.

Nach dem dritten Auftrag wurden die Möbelpflegemittel auf die Probekörper noch zweimal aufgetragen und nach dem Trocknen und Polieren wieder Messungen durchgeführt. Diese Messungen sind im Bericht nicht mehr detailliert dargestellt, weil sie ein starkes Absinken des Glanzwertes zur Folge hatten. Das betraf insbesondere die Möbelpflegemittel Nr. 3, 4, 5 und 10. Dieses Phänomen kann bei den Möbelpflegemitteln 4, 5 und 10 auf die Bildung von Filmen getrockneter Öle bzw. Ölseifen zurückgeführt werden, die weiter nicht mehr polierbar sind.

Abb. 8: Die Reklame für Poliboy verspricht beste Pflege

Testen der Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit und Abrieb

Den Schutz von Möbeloberflächen gegen erhöhte Luftfeuchtigkeit strebt man normalerweise nicht mit Möbelpflegemitteln an. Die zweifellos wichtigste Maßnahme ist die Unterbringung bei geeigneter Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Jedoch können Möbelpflegemittel besonders im privaten Bereich nützlich sein. Bei kurzfristiger Einwirkung von Feuchtigkeit oder Wasser kann ein Pflegemittel mehr oder weniger vor Schäden an Lackierungen und Polituren schützen.

Für den Umgang mit historischen Möbeln ist auch die Frage von Bedeutung, wie sich die schon aufgetragenen Möbelpflegemittel beim nachträglichen wiederholten Wischen verhalten, ob ihre Wirkung sich verstärkt oder abschwächt.

Durchführen des Tests

Da die Probekörper aus Holz bestehen, konnte für diesen Test die Industrienorm zur Bestimmung der Widerstandsfähigkeit von Anstrichen gegenüber Feuchtigkeit nicht angewendet werden. Also entschloss man sich, zur Prüfung der Einwirkung von flüssigem Wasser, die Benetzbarkeit der Oberflächen zu messen, das heißt die Geschwindigkeit, mit der sich Wasser auf der Oberfläche verteilt (sog. Tropfmethode nach tschechischer Industrienorm CSN 603099). Diese Messung kombinierte man mit der Messung der Widerstandsfähigkeit bei trockenem bzw. feuchtem Wischen. Dies geschah indem man vor dem Messen die Testflächen trocken bzw. feucht abwischte, ohne jedoch zu reiben. Dabei bediente man sich einer Testmethode aus der Textilindustrie. Das Wischen (jeweils trocken und feucht) wurde mit einem Gerät durchgeführt, konstruiert für das Messen der Farbstabilität von Textilien bei Abrieb9. Dieses Gerät gewährleistet einen konstanten Druck des Wischkopfes (47 kPa) und eine einheitliche Zahl von Bewegungen (zehnmal hin und her) bei einem Zeitintervall von 10 Sekunden. Der Wischkopf war mit einer wollenen Standardtextilie versehen, die für das Feuchtwischen jeweils auf die gleiche Art und Weise angefeuchtet wurde. Als Referenzprobe diente ein Probekörper mit Schellack-, aber ohne Möbelpflegemittelauftrag.

Die getesteten Flächen wurden in Vierecke der Größe 1 x 1 cm aufgeteilt, in die Mitte brachte man mit einer Injektionsspritze einen Tropfen (0,03 ml) Wasser auf. Gemessen wurde die Zeit der Verbreitung des Tropfens zu mindestens zwei Seiten des Vierecks hin. Die Messungen wurden an jeweils drei Vierecken pro Möbelpflegemittel durchgeführt, vor dem trockenen bzw. feuchten Wischen. Als Referenzprobe diente wiederum eine Schellackoberfläche ohne Möbelpflegemittel.

Die Messergebnisse (Durchschnittwerte von drei verschiedenen Vierecken) sind im Diagramm 3 dargestellt.

Diagramm 3: Wasser/Feuchtigkeit
Möbelpflegemittel 1-10, R=Referenzprobe

Auswertung

Die Messungen geben wieder, wie gut oder schlecht eine mit Möbelpflegemitteln behandelte Schellackoberfläche mit Wasser benetzt wird, hinzukommen die Ergebnisse nach einem trockenen bzw. feuchten Wischen. Daraus kann man auf das Verhalten der mit Pflegemittel behandelten Oberflächen gegenüber Wasserdampf, das heißt Luftfeuchtigkeit, schließen, ebenso auf eventuelle Veränderungen der Filmeigenschaften durch Wischen.

Je langsamer das Benetzen erfolgt, desto geringer ist die Affinität der Oberfläche gegenüber Feuchtigkeit bzw. Wasser. Ein Pflegemittel mit geringer Affinität zu Wasser wirkt mehr oder weniger hydrophobisierend und schützt die Oberfläche besser gegen Luftfeuchtigkeit. Dagegen zeigt eine schnelle Benetzung der Testflächen eine größere Affinität der Oberfläche zu Wasser an, und bietet somit einen nur geringen bzw. keinen Schutz gegen Luftfeuchtigkeit.

Es ist allerdings anzumerken, dass bei der Testreihe relativ frische, nicht gealterte Schellackoberflächen vorlagen. Die Messergebnisse spiegeln somit nicht unbedingt das Verhalten einer alten, mit Mikrorissen durchzogenen Lackschicht.

Die gemessene Benetzungsgeschwindigkeit der nicht gewischten Möbelpflegemittel kann in drei Gruppen eingeteilt werden:

Die Messergebnisse zeigen, dass die Pflegemittel der ersten Gruppe den besten. Allerdings weist die Referenzprobe selbst (Schellackschicht ohne Möbelpflegemittel) gleich gute Werte auf. Das bedeutet, dass allein unter dem Gesichtspunkt des Schutzes von Schellackpolituren gegen Luftfeuchtigkeit keines der getesteten Möbelpflegemittel die Aufnahme von Wasser bzw. Wasserdampf verändert.

Die Pflegemittel der zweiten und dritten Gruppe haben die Benetzung mehr oder weniger beschleunigt. Ihre Anwendung würde Schellackpolituren bei hoher Luftfeuchtigkeit oder bei Kontakt mit Wasser negativ beeinflussen. Diese Tatsache ist zweifellos auf die Zusammensetzung der Produkte zurückzuführen. Nr. 2 und 3 sind Reinigungsmittel ohne filmbildende Bestandteile, sie können keine hydrophobisierende Wirkung entfalten.

Bei Nr. 4, 7 und 10 liegt die beschleunigte Benetzung zweifellos an der mangelnden Filmqualität. Die Pflegemittel Nr. 4 und 10 enthalten ein schwer emulgierbares Mineralöl bzw. Petroleum. Eine Emulsion dieser Art ist nur mit einem großen Anteil von Hilfsstoffen herzustellen. Sie bildet keine zusammenhängenden Filme und enthält zu viele polare Moleküle, die die Affinität der Oberfläche zu Wasser erhöhen. Das Möbelpflegemittel Nr. 7 enthält Polyethylenglykol, das bekanntlich nur schwer einen dünnen zusammenhängenden Film bilden kann.

Das trockene Wischen hat die Benetzbarkeit mit Wasser verändert. Beim Möbelpflegemittel Nr. 5 hat sich die Benetzbarkeit leicht verringert. Bei Nr. 2, 3, 6, 7 und 10 dagegen führte das trockene Wischen zu einer Beschleunigung der Benetzbarkeit, also zu einer Verschlechterung des Schutzes gegen Wasser bzw. Feuchtigkeit. Diese Feststellung überrascht, weil man nach dem trockenen Wischen ein besseres Aufpolieren der Möbelpflegemittel erwarten würde und somit auch eine Verbesserung der Messwerte. Um dieses Phänomen zu klären, wären weitere Tests erforderlich. Es müsste z. B. ermittelt werden, inwieweit sich die Flächen beim Wischen erwärmen und dadurch manche Bestandteile der Möbelpflegemittel reduziert werden, wie z. B. Wasser in einem Emulsionsfilm. Ein solcher Film weist dann mikroskopische Leerräume auf, die seine Eigenschaften verändern.

Das feuchte Wischen führte bei manchen Proben zu einer Verlangsamung der Benetzungsgeschwindigkeit und somit zu einem verbesserten Schutz. Besonders deutlich ist dies bei den Möbelpflegemitteln Nr. 4 und 10, aber auch die Probekörper mit den Möbelpflegemitteln Nr. 2, 3 und 7 benetzten sich nach dem feuchten Wischen etwas langsamer, das heißt ihre Affinität zu Wasser sank, was den Schutz gegen Feuchtigkeit erhöhte. Die Ursache dafür liegt zweifellos in dem besseren Aufpolieren und somit im Erhöhen der Filmqualität.

Der gravierende Unterschied zwischen den Messergebnissen nach dem trockenen und feuchten Wischen muss vorerst ohne Interpretation bleiben. Auch hier wären weitere Untersuchungen und Messungen nötig.

Insgesamt betrachtet bedeuten die Ergebnisse der Prüfung der Widerstandsfähigkeit gegen Wasser bzw. Feuchtigkeit, dass im Vergleich mit der Referenzprobe (nicht polierter Schellackauftrag) die getesteten Möbelpflegemittel den Schutz gegen Wasser bzw. Feuchtigkeit nicht verbessern. Einige der Möbelpflegemittel führten sogar zu einer Verschlechterung des Schutzes.

Abb. 9: Anzeigen für »Ganzrein« und »Centralin«

Wie bereits besprochen, lag das Ziel der Testreihe in der Ermittlung geeigneter Möbelpflegemittel für die Behandlung historischer Möbel sowohl in staatlichen Sammlungen wie im privaten Bereich. Das bedeutet, dass die einzelnen Messergebnisse zusammengefasst werden müssen, um die Mittel vergleichen zu können. Eine direkte Zusammenfassung ist mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der gemessenen Werte nicht möglich, man kann die Testergebnisse nur Verhältnis zueinander darstellen.

Hier wird eine andere Vergleichsmethode verwendet als die Punktmethode, mit der die Tests abgeschlossen wurden. Das jeweilige beste Messergebnis wird gleich 100% gesetzt, die anderen im prozentischen Verhältnis darunter (Diagramm 4). Festzustellen ist aber, dass auch diese Methode nur eine Annäherung darstellt, ebenso wie die Methode nach Punkten.

Im Diagramm ist beim Glanztest nur der erste Auftrag dargestellt, beim Test der Widerstandsfähigkeit gegen Wasser nur die Werte der Benetzungsgeschwindigkeit vor dem trockenen und feuchten Wischen.

Diagramm 4: Vergleich der Testergebnisse
Möbelpflegemittel 1-10

Auswertung

Aus der graphischen Darstellung geht hervor, dass die besten Ergebnisse in allen drei Tests die Möbelpflegemittel Nr.1 und 6 erreichten. In Fällen, in denen es nicht auf einen Schutz gegen Feuchtigkeit ankommt, würde auch Nr. 5 gute Wirkung entfalten. Die Möbelpflegemittel 7, 8 und 9 zeigen eine etwas verminderte antistatische Wirkung, das Pflegemittel 7 schützt nicht gegen Feuchtigkeit. Das Möbelpflegemittel Nr. 9 könnte an hellen Möbeloberflächen problematisch werden, weil es rot gefärbt ist.

Die Eigenschaften der Möbelpflegemittel 2, 3, 4 und 10 sind nicht überzeugend. Bei den Möbelpflegemitteln 2 und 3 überrascht dies nicht, denn sie enthalten keine filmbildenden Komponenten.

Der physikalische Zustand der geprüften Möbelpflegemittel ist nicht entscheidend, man kann keine eindeutigen Vorzüge bzw. Nachteile der einzelnen Gruppen feststellen. In den einzelnen Tests haben sich sowohl Emulsionen und Suspensionen, wie auch Lösungen oder Öle mit oder ohne Zusatz von Wachs bewährt oder nicht bewährt.

Schlusswort

Die hier vorgestellte Testreihe sollte die Problematik der Anwendung von Möbelpflegemitteln an historischen Möbeln nicht lösen. Jedoch zeigt sie auf, welche Methoden zur Prüfung angewendet werden können. Wie bei Untersuchungen häufig der Fall, werden nicht nur Antworten gefunden, sondern auch neue Fragen aufgeworfen.

Abb. 10: Das auch heute noch im Handel erhältliche Poliboy

Anmerkungen

  1. Inga BLOHM, Vanessa KASPAR, Kirsten LAUTERWALD, Nicole THÖRNER, Silke TROCHIM: Die originalen wandfesten holzsichtigen Einbauten der Villa Tugendhat, Brno, Tschechien, Diplomfacharbeit an der HAWK-Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen, Juni 2006
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    Nina ELTGES: Käufliche Möbelpflegemittel, unveröffentlichte Semesterarbeit am Goering-Institut, München 2003
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    Christa GEHRT: Beobachtungen an angewendeten Rezepturen des 19. und 20. Jahrhunderts zur Reinigung und Pflege transparenter Überzüge auf Holzoberflächen, unveröffentlichte Semesterarbeit der Fachhochschule Potsdam, Potsdam 1999. Die Facharbeit setzt sich auch mit Möbelpflegemitteln auseinander.
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    Alfons HUBER: Reinigen, Regenerieren und Pflegen von alten Polituren und lackierten Oberflächen, in: Restauro 3/1988, S. 184-194
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    Jürgen LAUTERBACH: Möbelpflegemittel – keine glänzende Idee, in: ÖKO-Test-Magazin für Gesundheit und Umwelt, 4/1999, S. 32-37
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    Karen MELCHING: Die Pflegegeschichte der holzsichtigen Ausstattung im Sanatorium Dr. Barner, Braunlage. Untersuchung der Oberflächen unter besonderer Berücksichtigung der Langzeitwirkungen von Möbelpflegemitteln und Reinigungsgewohnheiten, Diplomarbeit an der HAWK-Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fachhochschule Hildesheim/Holzmiden/Göttingen, Fachbereich Konservierung und Restaurierung, Studienrichtung Holzobjekte mit veredelter Oberfläche, 2004. Die Diplomarbeit setzt sich auch mit Möbelpflegemitteln auseinander.
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    Hans MICHAELSEN: Wie den Meubelen Glanz zu erhalten ist. Historische Anweisungen zur Reinigung und Pflege von polierten Holzoberflächen zwischen 1700 und 1940. Zeitschrift für Kunsttechnologie und Konservierung 2/1999, S. 317-336
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    Oliver MORR: Anlegen einer Sammlung von handelsüblichen Pflegemitteln: Ankauf und Systematisierung. Unveröffentlichte Semesterarbeit an der HAWK-Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen, Fachbereich Konservierung und Restaurierung, Studienrichtung Holzobjekte mit veredelter Oberfläche, 1996
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  2. Die Autorin des Berichtes ist Dipl.-Ing. Jana Odvárková. Dr. Ludvík Losos leitete das Projekt. Ihm dankt die Verfasserin sowohl für das Leihen des Berichtes, als auch für wertvolle Anmerkungen und die Klärung der Produktnamen.
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  3. Türkisch Rotöl ist eine historische Bezeichnung für sulfoniertes Rizinusöl, das älteste Tensid. Es wurde im 19. Jh. entdeckt und hatte damals eine vielfältige Anwendung. Wichtig war es vor allem bei der Rotfärbung von Textilien mit künstlichem Alizarin. Mit Alizarin wurden die traditionellen türkischen Kopfbedeckungen (sog. Fez) gefärbt. Davon ist die Trivialbezeichnung »sulfoniertes Rizinusöl« abgeleitet.
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  4. Angewendet wurden folgende tschechische Normen: CSN 673050 Anfertigung von Prüfanstrichen, CSN 673063 Bestimmung des Glanzes der Anstriche und CSN 673099 Bestimmung der Widerstandsfähigkeit von Anstrichen gegenüber Flüssigkeiten. Auch in Deutschland gibt es entsprechende Industrienormen (DIN): DIN EN ISO 2812, Beschichtungsstoffe – Bestimmung der Beständigkeit gegen Flüssigkeiten
    – Teil 1: Tauchverfahren,
    – Teil 2: Verfahren mit Eintauchen in Wasser,
    – Teil 3: Verfahren mit saugfähigem Material,
    – Teil 4: Tropf-/Fleckverfahren,
    – Teil 5: Verfahren mit dem Gradientenofen,
    Glanzmessung: DIN EN ISO 2813, Beschichtungsstoffe–Bestimmung des Reflektometerwertes von Beschichtungen (außer Metallic-Beschichtungen) unter 20°, 60° und 85°, DIN 67530, Reflektometer als Hilfsmittel zur Glanzbeurteilung an ebenen Anstrich- und Kunststoffoberflächen
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  5. Die Messungen wurden mit dem Gerät Minolta Chroma Meter CR-110 durchgeführt.
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  6. Bei glänzenden historischen Oberflächen (u. a. Möbel, Gemälde) muss es sich nicht nur um eine Degradierung eines Lackes, Firnisses o.ä. handeln. Der Glanz wird auch durch Verschmutzung vermindert, durch nicht geeignete Überzüge, Tabakrauchablagerungen usw.
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  7. Es wurde ein Glanzmesser nach Lange verwendet.
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  8. Glanzwert der Schellackaufträge:
     

    Probe-
    Körper Nr.:

     

    1

    2

    3

    4

    5

    6

    7

    8

    9

    10

    Glanzwert Schellack:

     

    12

    13

    21

    17

    20

    21

    14

    15

    17,5

    20


    Die Unterschiede verzerren keineswegs die Beurteilung der Wirkung von Möbelpflegemitteln, aber sie machen neugierig auf Unterschiede von Glanzwerten bei einer meisterhaft ausgeführten Schellackpolitur.
     
    Eine solche zu Probekörpern zersägte Holzplatte wäre auch eine gute Grundlage für verschiedene Messungen.
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  9. Das verwendete Messgerät war Stainigtester FD-7 ungarischer Herstellung.
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Abbildungsnachweis

Abb. 6, 7: Klosterkammer Hannover

Die restlichen Abbildungen wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Karen Melching, Bremen, aus ihrer Diplomarbeit. Dort übernommen Abb. 1 aus Hans Michaelsen (siehe Anm. 1), Abb. 3 von der Fa. CENTRALIN, , Abb. 10 von der Fa. POLIBOY Brandt & Walther GmbH.

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