Forschungscampus Dahlem

Der Museumskomplex in Berlin-Dahlem soll in den kommenden Jahren zu einem Forschungscampus ausgebaut werden. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Staatlichen Museen zu Berlin haben deshalb eine Potenzialanalyse angestrengt, die von Arnold und Gladisch Architekten erstellt worden ist. Diese schlägt die Verteilung der verschiedenen Nutzungszonen – Ausstellungsflächen, Bibliothek, Archiv, Verwaltungsräume, Restaurierungswerkstätten, Depots entlang einer sogenannten Campusachse vor.

Der Museumskomplex Dahlem, Bruno-Paul-Bau (1914–1921) an der
Arnimallee, Bauteil 1 (1964–1965) Bauabschnitt (1965–1973).
Die verschiedenen Gebäudeteile sind miteinander durch eine »Campusachse« verbunden.
(Foto: Arnold und Gladisch Architekten)

In Dahlem werden künftig auch das Institut für Museumsforschung und das Rathgen-Forschungslabor angesiedelt sein, ebenso eine Spezialbibliothek der Kunst und Kulturen der Welt. Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) verbleibt als einziges Haus mit aktivem Ausstellungs- und Veranstaltungsbetrieb in Dahlem. Für den Umzug des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst ins Humboldt Forum wurde eigens eine sogenannte Restaurierungsstraße aufgebaut (wir berichteten). Insgesamt kommen für die konservatorisch zu betreuenden Objekte über den Gesamtzeitraum von 2016 bis 2020/21 über 100 Restauratoren zum Einsatz  – Reinigung, Dokumentation, Restaurierungs­maßnahmen und Spezialverpackung sind die entsprechenden Arbeitsschritte für jedes Objekt. Das Europa-Forum mit dem Museum als Herzstück wird als Bühne und Labor kritischer Europa-Forschung fungieren.

2.–4. Die insgesamt rund 10.000 für den Umzug ins Humboldt Forum
bestimmten Objekte des Ethnologischen Museums durchlaufen die sogenannte
Restaurierungsstraße in Dahlem. (Fotos: SPK / photothek.net / Florian Gärtner)

Näheres zur Restaurierungsstraße in Dahlem

Sie dient den Umzugsvorbereitungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst von Dahlem ins Humboldt Forum am Schlossplatz in Berlin-Mitte. Die 10.000 Objekte des Ethnologischen Museums und 2200 des Museums für Asiatische Kunst durchlaufen die sogenannte Restaurierungsstraße in den Depots und ehemaligen Ausstellungsräumen des Museums in Dahlem. Auch auswärtige Ateliers in Köln, Leipzig oder innerhalb Berlins sind beteiligt. Insgesamt kommen für die konservatorisch zu betreuenden Objekte über den Gesamtzeitraum von 2016 bis 2020/21 über 100 Restauratoren zum Einsatz, etwa 10% davon fest angestellte Mitarbeiter. Manche Objekte werden als Konvolut in bestimmten Arbeitsstationen zusammengezogen.

Nicht einfach ist der Umgang mit Ethnographica, da er immer auch Antworten auf ethische Fragen erfordert. Daraus resultieren Konsequenzen etwa bezüglich des auszuwählenden Materials und des Objekthandlings. Alle Objekte werden zunächst von aufliegenden und mit Alt-Bioziden kontaminierten Stäuben in dafür ausgewiesenen »Schwarzräumen« befreit. Sie sind durch Schleusen von der Restaurierungsstraße abgetrennt. Danach kommen sie in Zwischenlager oder zu den einzelnen Arbeitsstationen. Eine präzise Objektdokumentation in der Museumsdatenbank der Staatlichen Museen zu Berlin enthält die schriftliche und fotografische Erfassung des Erhaltungszustandes, die Darstellung des Restaurierungs­konzeptes, alle durchgeführten Maßnahmen und Hinweise zum objektspezifischen Art-Handling. Für den Transport erhält jedes der Objekte eine spezielle Verpackung. Vorgefertigte, modulare Kartonagen bzw. Euronormboxen in unterschiedlichen Formaten können immer wieder verwendet werden.

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