Malen im 19. Jahrhundert

Die ölige Konsistenz der Ölfarben alter Meister vor 1800 bedingte lange Trocknungszeiten für jede Farbschicht. Oft dauerte es Monate bis Jahre bis ein Gemälde fertig gestellt war. Eine gelartige Mischung aus Bleiacetat, Leinöl und Mastixharz ermöglichte es den Malern des 19. Jahrhunderts ein schnelleres Trocknen.

Bleisalze ermöglichen den schnellen Auftrag mehrerer Farbschichten nacheinander
(Foto: Wiley-VCH)

William Turner beispielsweise brauchte für seine Bilder nur wenige Tage. Die Farbschichten konnten schnell nacheinander aufgetragen und modifizieren werden. Worauf die Gelbildung beruhte und wie die Matrix heute beschrieben werden kann, analysierten Laurence de Viguerie, Université Pierre et Marie Curie (Paris), CNRS (France) und ihre Kollegen u.a. am Collège de France. Durch Nachstellen der Originalrezepturen entdeckten sie, dass die Beimischung von Bleiacetat zu Lein- oder Nussöl und in Terpentin gelöstes Mastixharz eine Gelbildung forciert. Mit Lackpigmenten wie Krapplack wird die Mischung zu einem pastösen, elastischen Gel, das der Maler schnell und mit dickem Farbauftrag verstreichen kann. Der oxidative Mechanismus unter Mitwirkung von freien Radikalen wird durch Übergangsmetalle beschleunigt. In diesem Fall fungieren die Bleiionen als Katalysator. Wie die Wissenschaftler weiter zeigten, dürfte das Blei aber nicht nur die Vernetzung des Gels katalysieren, sondern auch selbst Bestandteil dieses Metallogels sein.

Originalbeitrag: dx.doi.org/10.1002/ange.201611136

Aktuelles

Förderung

Studium

Institutionen

Tagungsberichte

Fachbeiträge

Firmen
und Produkte

Restauratoren-Infos als PDF-Dateien

Weitere Webseiten

Sonstiges