Weiße Nadelkristalle

Glasierte Löwenfigur aus Terrakotta mit Nadelkristallen (M.Schüch, SABKS)

Studenten des Bachelorstudiengangs Konservierung und Restaurierung in Stuttgart befassten sich mit der Entsalzung von Keramiken. Dabei entdeckten sie auf einem Terrakotta-Löwen Nadelkristalle. Beim Verreiben mit einem sauer reagierenden Feststoff war Essiggeruch wahrnehmbar.

Offensichtlich stammte die Essigsäure von den Hölzern in Schränken. Sie kann sich spurenweise abspalten und in feuchter Luft mit Kalkablagerungen auf der Keramik reagieren. Die exakte Bestimmung der Nadelkristalle erfolgte im Elektronenmikroskop und dem Raman- und Infrarotspektrometer. Die unter dem Namen Thecotrichit bekannten Kristalle sind kompliziert zusammengesetzt: Neben Calcium aus dem Kalk auf der Keramik und Acetat aus dem Holz sind auch Chlorid und Nitrat aus Mauersalzen und Wasser enthalten.

Der Aufbau der Verbindung war bisher noch nicht bekannt. Am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Büsnau bei Stuttgart konnte genauer untersucht werden. Dort wurden moderne Daten-Auswertemethoden entwickelt, die durch Hochpräzisionsmessungen der Beugung von Röntgenstrahlen auch an pulverisierten Proben auf den inneren Aufbau rückschließen lassen. Die Bestimmung des Kristallgitters des Thecotrichits erwies sich als große Herausforderung. Sogar die Formel – es ist weniger Wasser eingebaut, als angenommen – konnte korrigiert werden. Die Struktur wird von Kanälen durchzogen, die beim Wachstum der Kristalle eine Rolle spielen.

Seit geraumer Zeit pflegt Prof. Dr. Eggert eine Liste mit weiteren Korrosionsprodukten und Pigmenten, auf die sich ein genauerer Blick lohnt. Ein Forschungsprojekt soll folgen (Video: www.jove.com).

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