Forschungsprojekt Korrosionsschutz

Im Januar 2012 erschien der 67-seitige Abschlussbericht eines Forschungsprojekts zum Korrosionsschutz. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und die Metallrestaurierungsfirma Haber & Brandner haben in Kooperation die Leistungsfähigkeit und Modifikationsmöglichkeiten moderner Korrosionsschutzsysteme untersucht. Eines der Ziele war, Alternativen zum Einsatz von Bleimennige zu finden, ein Material, das die Gesundheit wie die Umwelt gefährdet. Weiter sollte erkundet werden, ob moderne, zur industriellen Anwendung entwickelte Korrosionsschutzsysteme auch geeignet sind für die Konservierung historischer, eventuell gefasster Objekte.

Proben in der Freibewitterung (Foto: Martina Raedel, BAM)

In der Restaurierungspraxis ergeben sich für den Restaurator oft unbefriedigende Lösungen mit bestehenden Systemen. Festzuhalten ist, dass kein Schutzmittel Korrosion dauerhaft verhindert, lediglich der Prozess kann verlangsamt bzw. temporär gestoppt werden. Neben Bleimennige wurden verschiedene restrostverträgliche Korrosionsschutzsysteme mit alternativen Korrosionsschutzpigmenten untersucht. Die Systeme brachte man sowohl auf gefasste historische Proben wie auch auf neu gefertigte Modellproben auf. Im Klimaschrank wurden sie einer Korrosionsprüfung unterzogen und anschließend untersucht. Das Ergebnis der Labortests ist, dass moderne Korrosionsschutzsysteme leistungsfähiger sind als historische Beschichtungen. Parallel dazu laufen seit September 2010 Langzeitversuche zur Außenbewitterung. Eine erste Zwischenbegutachtung fand nach einem Jahr statt. Die Ergebnisse finden sich im Abschlussbericht, der bei den Projektpartnern angefordert werden kann. Das Projekt unterstützte das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

Proben im Klimaprüfschrank (Foto: Martina Raedel, BAM)

Zur Firma Haber & Brandner

Die Firma mit Sitz in Berlin und Regensburg wurde im Jahr 1860 als Werkstatt für kunsthandwerkliche Metallbearbeitung gegründet. Seitdem hat sich das Unternehmen mit ca. 40 Mitarbeitern zu einer international anerkannten Werkstatt für Metallrestau­rierung entwickelt. Im Zentrum der Aktivitäten stehen die Konservierung, Restaurierung und Befunduntersuchung von Kunstwerken und Objekten aus Metall. Das Arbeitsspektrum reicht vom mittelalterlichen Kirchengerät über monumentale Denkmäler bis zum technischen Kulturgut. Ein deutlicher Schwerpunkt ist die Restaurierung von architektur­gebundenen Metallobjekten in der Baudenkmalpflege.

Ansprechpartnerin: Mandy Reimann, mandy.reimann@haber-brandner.de

Zur Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Im Themenfeld: „Umwelteinflüsse und Schädigungsmechanismen”  des Fachbereichs 4.2 „Materialien und Luftschadstoffe” wird die Wechselwirkung von Schadstoffen auf Material und Umwelt beurteilt. Hierzu werden analytische Prüfmethoden zur Schadstoffbestimmung und -bewertung entwickelt und Untersuchungen zur Schadensanalyse und zum Materialschutz durchgeführt. Tätigkeitsspektrum u.a.:

Ansprechpartner sind:
Dipl.-Ing. Martina Raedel, martina.raedel@bam.de
Dr.-Ing. Michael Bücker, michael.buecker@bam.de

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