Konservierung im Libanon

Nach drei Jahren ist ein deutsch-libanesisches Konservierungsprojekt in Baalbek/Libanon abgeschlossen. Im Stadtviertel »Bustan Nassif« in Baalbek aus dem 12.­15. Jh. sind Konzepte zum Erhalt der fragilen Fundamentmauern von Wohnhäusern, einer Moschee, einer Karawanserei und einem Bad entwickelt worden.

Übergabe des Projekts durch Botschafter Dr. Georg Birgelen an den
Generaldirektor Sarkis Khoury des »Directorate General of Antiquities«
(Foto: Deutsche Botschaft Beirut)

Es ging auch um Konservierungs-Trainee-Programme und um die Präsentation des Gebiets für Besucher. Baalbeker Handwerker gaben ihr Wissen zum Umgang mit Bruchstein- und Schalenmauerwerk an jüngere Generationen weiter. Studierende der »Lebanese University« erlernten die vielfältigen Arbeitsschritte der Konservierung. Junge Architekten sammelten im Aufbaustudiengang der »Tripoli School of Architecture« Erfahrung bei Konservierungs- und Präsentationsprojekten archäologischer Stätten. Das Konservierungsprojekt erfolgte auf Basis ihrer wissenschaftlichen Dokumentation und Analyse der Baureste. Es ist Teil des libanesischen »Council for Development and Reconstruction« zur besseren Erschließung der archäologischen Stätten in Baalbek. Unterstützt wurde es im Rahmen des Programms »Stunde Null. Eine Zukunft nach der Krise«, gefördert vom Auswärtigen Amt.

Baalbek zu Konservierung im Libanon ist ein gut erhaltenes römisches Heiligtum. Es ist seit fast 10.000 Jahren durchgängig besiedelt. Im Mittelalter bauten die Zengiden das Heiligtum zu einer wehrhaften Burg aus. Die ayyubidischen und mamelukischen Nachfolgedynastien siedelten in prosperiernden Baalbek, das eine wichtige Rolle als Grenzfestung zu den Kreuzfahrerreichen spielte. Vor dem Haupttor der Burg entwickelte sich entlang einer spätantiken Säulenstraße ein Wohnviertel. Vermutlich im 16. Jahrhundert wurde es aufgegeben und im Lauf der Zeit als Garten genutzt. Während der Ausgrabungen der libanesischen Antikenverwaltung in den 1970er Jahren kamen die Fundamentmauern des gesamten Viertels wieder zutage und lagen seither frei.

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