Schädelsammlung

Im Rahmen eines Pilotprojektes wird seit Anfang Oktober die Provenienz von rund tausend menschlichen Schädeln erforscht. Sie stammen aus der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika, heute Rwanda, Tansania, Burundi und Mozambique. Das Projekt ist am Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin (SPK) angesiedelt und wird von der Gerda Henkel Stiftung gefördert.

Die Schädelsammlung wird heute in säurefreien Archivschachteln
unter würdigen Bedingungen in einem Außendepot der Staatlichen Museen
zu Berlin in Friedrichshagen verwahrt. (Foto: SPK / Birgit Jöbstl)

Seit 2015 setzt sich die Stiftung in ihrem Förderschwerpunkt »Patrimonies« verstärkt für den Erhalt kulturellen Erbes vor allem in Krisenregionen ein. Die Schädel gehören zu den anthropologischen Sammlungen, die die SPK 2011 in äußerst schlechtem Zustand von der Charité übernommen hat. In den vergangenen Jahren wurden sie zunächst aufwändig gereinigt, konservatorisch gesichert und dann mit allen vorhandenen Informationen erfasst. Um ihre Herkunft klären zu können, haben die Wissenschaftler eine Forschungsdatenbank aufgebaut und erste Recherchen an ausländischen Archiven durchgeführt. Das zweijährige Projekt zur Aufarbeitung der Bestände aus dem ehemaligen Deutsch-Ostafrika soll als Vorbild auch für die zukünftige Erforschung der Provenienz der übrigen Human Remains dienen, die sich im Museums für Vor- und Frühgeschichte befinden.

Geschichte der Schädelsammlung

Der polnische Forscher Jan Czekanowski nahm an der »Deutschen Zentral-Afrika Expedition« des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg in den Jahren 1907­1908 teil, die in das Gebiet der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika führte. Er war von Felix von Luschan beauftragt worden, für die sogenannte S-Sammlung des Museums für Völkerkunde Schädel zu sammeln.

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