»Heiliges Grab« in Aschau

In der Pfarrkirche »Darstellung des Herrn« in Aschau/Chiemgau ist dieses Jahr erstmals nach der Restaurierung ein »Heiliges Grab« aufgestellt. Es hat eine Höhe von 10 m und füllt den gesamten Chorraum der Kirche aus. Die längsten Balken sind 8,40 m, die längsten Kulissen 6 m hoch. 1797–99 entstand die Bühnenkulisse für ein »Theatrum Sacrum«. Sebastian Furtner, Kistler in Hohenaschau und der Kunstmaler Sebastian Rechenauer d. Ä. von Unterflintsbach schufen das Werk nach römischem Vorbild. Die letzte Aufstellung des »Heiligen Grabes« bzw. »Theatrum Sacrum« reicht in den 1950er Jahre zurück. Seither lagerten die Teile ungeschützt im Kirchenspeicher, inzwischen mit weitreichenden Schäden durch Hitze, Kälte und Feuchtigkeit, die vor allem den Holztafelgemälden zusetzten.

Das »Theatrum Sacrum« 10 m hoch, 8 m breit, 9 m tief, wird 2019
erstmals wieder nach Jahrzehnten Kulisse für ein Passionsspiel mit
einem ca. 30-köpfigen Ensemble. (Fotos: Achim Bunz)

Die Restaurierung begann mit einem Puzzle aus über 130 Teilen, Balken, Brettern und bemalten Kulissen. In den Restaurierungs­werkstätten Wiegerling erfolgte eine erste Probeaufstellung in noch unrestauriertem Zustand mit Hilfe eines Gerüstes. Fehlende Bretter und Balken waren zu ersetzen, Winkel, Riegel und Hölzer zu komplettieren. Über 100 Metallhalter für die Glaskugeln, 150 zum Teil alte, mundgeblasene Glaskugeln füllen das Heilige Grab. Erhaltene Kleidungsrequisiten, wie Panzer, Helme und Lanzen deuten darauf hin, dass die Bühnenkulisse durch lebende Personen bespielt wurde. Die Einzelteile erhielten Nummern. Begleitend entstand ein Holzmodell im Maßstab 1:25. Alle Teile sind systematisch in Bild und Schrift erfasst und katalogisiert worden, ebenso die Situation vor Ort (Pfarrkirche/Chorraum).

Die komplexe Restaurierung erforderte je ein Team:

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