Paradebett König Friedrichs I.

Bis 2019 wird das Baldachinbett aus dem Paradeschlafzimmer König Friedrichs I. (1657–1713) restauriert. Die bereits fertiggestellten Teile sind seit 1. Oktober 2017 im Berliner Schloss Charlottenburg zu sehen. Für die bereits 1888 notwendige Erneuerung des Seidengewebes wählte man das ursprüngliche Stoffmuster. Heute weisen sämtliche textilen Teile des Baldachins wie auch die unteren Bettbehänge erhebliche Schäden auf. Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Damast der Lambrequins ist verblichen, verschmutzt, brüchig und an einigen Stellen gerissen. Hinzu kommen Substanzverluste in den Rand­bereichen. Die Silberposamente auf dem Damaststoff aus dem 18. Jahrhundert sind korrodiert, verschmutzt, allgemein brüchig. Lahn und Gespinstfäden sind teilweise verloren, die Fransenborten verwirrt. Zudem fehlen die Crepinenblüten.

Lambrequin des Paradebettes aus Damast mit Silberposamenten
vor der Restaurierung (Foto: SPSG)

Nach der Reinigung, teils trocken, teils nebelfeucht mit einem Alkohol-Reinstwasser-Gemisch der Posamente und Fransen sind letztere ausgerichtet und mit Insektennadeln zum Trocknen fixiert worden. Anschließend erfolgte die Sicherung der Posamente mit Spann- und Überfangstichen. Die Lambrequins erhielten ein Stützgewebe aus farblich passendem Seidenatlas. Risse sicherten Spannstiche. Alle Damastbereiche schützt Tüllgewebe. Die Lambrequins haben ein neues Futter aus Baumwollatlas. Sämtliche Restaurierungs­maßnahmen hatten sich an der zu erwartenden Belastung, vertikal am Baldachin bzw. am Bettkasten hängend, zu orientieren. Das verlorene hölzerne Bettgestell und zwei Matratzen, Das Kopfteil, die Paradedecke, zwei Vorhänge und der Bezug des Fußbetts werden rekonstruiert.

Das Beilagerbett

Das Paradebett vor 1888 an seinem ursprünglichen Aufstellungsort
im Staatsappartement König Friedrichs I. im Schloss Charlottenburg.
(Foto: SPSG)

Nach dem Tod seiner Frau Sophie Charlotte (1668–1705) ließ König Friedrich I. deren Charlottenburger Paraderäume für sich selbst umgestalten. 1706 ließ er ein Bett mit gelben Damast und silbernen Tressen anfertigen, das allerdings 1760 durch plündernde russische und österreichische Truppen zerstört wurde. Friedrich der Große (1712–1786) stellte nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 Mittel für die originalgetreue Wieder­herstellung des Paradebettes zur Verfügung.

Es diente »vielen fürstlichen Personen an ihren Vermählungstagen zum Beylager«. Es symbolisierte deshalb den dynastischen Fort­bestand. Die Vermählungsfeiern der Hohenzollern fanden seit 1750 meist in Charlottenburg statt. Den offiziellen Abschluss solcher Festlichkeiten bildete das sogenannte Beilager: Braut und Bräutigam wurden vom Königspaar ins Schlafgemach geführt, entkleidet und zu Bett gebracht.

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