Tagungsberichte

Lifting für Museumsstücke: Forschung stärken und kulturelles Erbe erhalten

Podiumsdiskussion in Berlin am 28. September 2011

„Die Sehnsucht nach dem Original in Zeiten des Internets nimmt zu”, sagte Johanna Leißner, Sprecherin der Forschungsallianz Kulturerbe bei der Diskussionsrunde mit Politikern in Berlin. Vertreter aller fünf Fraktionen des Deutschen Bundestages trafen sich, um sich über die wirtschaftliche Bedeutung des europäischen Kulturerbes und Erhaltungsstrategien für umwelt­geschädigte Kulturgüter in Deutschland zu informieren und auszutauschen.

Dr. Johanna Leißner in der Pause bei der Podiumsdiskussion über den
Erhalt des kulturellen Erbes im Mschatta-Saal, Pergamonmuseum Berlin
(Foto: DBU)

Die Veranstaltung mit rund 60 Gästen bildete den Abschluss des ERA-NET-Projektes der Europäischen Kommission für das materielle Kulturerbe – NET-HERITAGE. Darin erarbeiteten Partner aus Ministerien und Förderern aus 14 europäischen Ländern gemeinsame Schwer­punkte und Prioritäten für die Kulturerbeforschung. Im Netzwerk wurde Deutschland von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vertreten, die auch die Diskussionsrunde organisierte. „Wir müssen den Zerfall unseres kulturellen Erbes aufhalten indem wir die Forschung stärken”, unterstrich Lutz Töpfer vom Referat Umwelt und Kulturgüter der DBU. Schließlich stellten Kulturgüter den Kern der europäischen Identität dar und lockten jedes Jahr Millionen Touristen in Europas Regionen und Metropolen. Wenig bekannt sei dagegen, welcher Forschungsaufwand hinter der nachhaltigen Bewahrung etwa von historischen Fassaden bis hin zu Museumsobjekten stecke. Die DBU fördere den Bereich der Material­wissenschaften des Kulturgüterschutzes mit jährlich rund zwei Millionen Euro und ist damit der letzte momentan verbliebene Förderer solcher Vorhaben in der Bundesrepublik.

Zuhörende Gäste (Foto: DBU)

Die Ergebnisse des Projektes fasste Maria Uccellatore vom italienischen Ministerium für Bildung, Universitäten und Forschung zusammen. Die Akteure aus 14 europäischen Staaten hätten Ideen zur Unterstützung des Forschungsnachwuchses entwickelt und erstmalig einheitliche Forschungsprioritäten abgesteckt. In Zukunft solle der Austausch von Informationen und erfolgreichen Methoden systematischer verlaufen. Gemeinsame Ziel­vorstellungen zwischen nationaler und regionaler Forschungen sollen besser abgestimmt und künftige Kooperationen strategisch ausgerichtet werden. Uccellatore verwies dabei auf die „Joint Programming Initiative on Cultural Heritage and Global Change” mit der das EU-Projekt eine Fortsetzung finde. Deutschland bleibe hier Beobachter und habe somit kaum Möglichkeiten der Mitbestimmung. (zusammengefasst aus NET-Heritage)

Kommunizieren – Partizipieren. Neue Wege der Denkmalvermittlung

Brainstorming in Dresden, 6. – 8. Oktober 2011

Neue Wege in der Denkmalvermittlung und -kommunikation wurden im Rahmen der Dresdner Tagung in einem ergebnisoffenen Brainstorming erörtert. Mehr als 200 Teilnehmer haben die Vorträge und Workshops besucht. Viele äußerten den Wunsch nach einem kontinuierlichen Ideenaustausch in weiteren Tagungen und Diskussionsveranstaltungen. Für den Austausch im Internet steht allen Interessierten eine interne Plattform zur Verfügung, über die Ideen, Themen und wichtige Links kommuniziert werden können: www.denkmalvermittlung.de.

Pausengespräche (Foto: TU Dresden)

Fachleute aus Kunst, Architektur, Museologie und Medien standen in vier Workshops und einem begleitenden Ideenforum im Zentrum. Das Tradieren von Kultur und Erinnerung ist ein öffentliches Interesse jeder Kulturnation. Dazu zählt seit den Tagen Karl Friedrich Schinkels auch der Erhalt von Baudenkmalen. Diese werden von Fachleuten inventarisiert, dokumentiert oder restauriert, aber nur in den seltensten Fällen von diesen vermittelt. Bis heute beschränken sich Denkmalpfleger oft auf reine Wissensvermittlung und öffnen sich nur zögerlich modernen Medien. Das betrifft sowohl die Formate als auch die Inhalte von Denkmalvermittlung: Ebenso wenig wie die (deutsche) Denkmalpflege in den diversen sozialen Netzwerken präsent ist, hat sie die vielfältigen literarischen und bildkünstlerischen Auseinandersetzungen mit Baudenkmalen oder auch die Beweggründe und Formen der populären Erinnerungskultur rezipiert. Die Tagung „Kommunizieren – Partizipieren” stand deshalb im Zeichen eines fachübergreifenden, ergebnisoffenen Brainstormings über aktuelle Fragen und Formen der Denkmalvermittlung.

Technische Universität Dresden, Homepage Denkmalvermittlung

Future Talks II – Technology and Conservation of Modern Materials in Design

Tagung in München vom 26. – 28.Oktober 2011

Das zweite Mal – nach Future Talks 2009 – traf man sich in der Pinakothek der Moderne in München zu äußerst anregenden Gesprächen und Vorträgen im konservatorischen Umgang mit modernen Materialien. Die Bandbreite der durchweg englisch vorgetragenen Referate waren weiter gespannt als noch bei der ersten Tagung. Einen Schlüsselvortrag hielt Prof. Dr. Friederike Waentig von der FH Köln, ausgewiesene Spezialistin auf dem Gebiet synthetischer Materialien. Sie beschrieb die Schwierigkeit der Klassifizierung gealterter Objekte aus Kunststoffen, das Problem ihrer Identifizierung, Voraussetzung für eine angemessene Konservierung. Zumindest aber – so konstatierte sie – gilt es zunächst zu bestimmen, zu welcher Kunststoffklasse das zu bearbeitende Objekt gehört. Ein Anfang kann das von ihr präsentierte Schema sein.

Future Talks II in der Pinakothek der Moderne (Foto: Besch)

Aus der Fülle der internationalen Referenten praktisch aller bedeutenden Institutionen sei – thematischer Gegenpol – einer herausgegriffen: Christian Scheidemann, Contemporary Conservation in New York berichtete weniger über die Probleme der Konservierung moderner Materialien. Er weitete das Thema insofern aus, als es Restauratoren zeitgenössischer Kunst heute nicht nur um das Material, sondern auch um den Umgang mit Künstlern gehen muss: Wie arbeiten Künstler heute, wie denken sie, wie entsteht ein Kunstwerk und wer macht es (nicht unbedingt der Künstler selbst)? Dass heute Kaugummi als Malmaterial verwendet wird, dass Blumen auf die Leinwand geworfen werden, die der Künstler anschließend mit Zitronensaft „schützt”, dass reale Rosenblätter zusammengenäht sind, dass als Leinwand ein ge- und entfärbtes Leintuch dient, all das stellt Restauratoren vor ungeahnte Herausforderungen. Künstler suchen nicht nur nach Ideen, sondern auch nach Materialien, die noch nicht „besetzt” sind. Christian Scheidemann, stellte eine ganze Palette unkonventioneller Methoden vor, die ihm beim Besuch von Künstlerateliers und beim Gespräch mit Künstlern begegneten. Dass ein Künstler wie Jeff Koons grundsätzlich nicht selbst Hand anlegt, vielmehr zahllose Mitarbeiter dirigiert, die beispielsweise in einem eigenen Atelier innerhalb der Werkstatt Farben mischen, mutet dekadent an und zeigt die Unmöglichkeit auf, mit herkömmlichen Begriffen und restauratorischen Strategien zu hantieren.

Wie schon bei Future I vermittelte diese Tagung in bestem Ambiente den neuesten Stand der Forschung bei einem noch breiteren Themenangebot.

Ulrike Besch

Denkmal-Doping Deutschland – Was erträgt das Denkmal?

Kolloquium in Köln am 17. November 2011

Wie kann, wie muss ein Denkmal umgebaut werden, um heutigen Anforderungen gerecht zu werden? Da ist der Brandschutz mit immer neuen Bestimmungen, da ist die Energieeffizienz, die einzufordern ist, und da sind Behinderte, die ein ebenes Pflaster, einen Aufzug und Rampen brauchen. Über die Leistungsfähigkeit der Denkmale im Klimaschutz, Brandschutz und Barrierefreiheit sprachen Peter Seelig vom GDI Gesamtverband Dämmstoffindustrie, Dr. Wolfram Krause vom Bundesverband Technischer Brandschutz, Jürgen Klemisch von der Brandenburgischen Schlösser GmbH, Dr. Puffke von der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger und die Rollstuhlfahrerin Ursula Wallbrecher von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Professor Michael Krautzberger von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz leitete die Podiumsdiskussion, die die Tagung beschloss.

Podiumsdiskussion mit Peter Seelig vom GDI Gesamtverband
Dämmstoffindustrie, Dr. Wolfram Krause vom Bundesverband
Technischer Brandschutz, Jürgen Klemisch von der Brandenburgischen
Schlösser GmbH, Dr. Puffke von der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger
und die Rollstuhlfahrerin Ursula Wallbrecher von der Generaldirektion
Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Es moderierte Prof. Michael Krautzberger.
(Foto: Besch)

Das Nullenergiehaus im Bestand ist eine Vorgabe nach dem Klimaschutzkonzept des Bundes, vorgelegt im Herbst 2010. Sie ist aber leider nicht zu erfüllen, denn es fehlen im Moment die technologischen Voraussetzungen. Also gilt es, gesunde Kompromisse zu finden. Ein Problem sind Fachleute im Klimaschutz zu gewinnen. Architekten sind kaum geeignet, da es Studiengänge gibt, in denen Studenten das Fach Bauphysik nicht einmal belegen müssen. Auch sind Architekten, so argumentierten Podiumsdiskussionsteilnehmer, oft weiterbildungs­resistent und meinen alles zu können. Wichtig wäre es, neutrale Energieberater heran­zubilden, die das Baudenkmal als Ganzes betrachten und verschiedenartige Lösungsansätze suchen. Denn nicht immer ist das Dämmen das Mittel der Wahl, es sind auch andere Maßnahmen zu prüfen. Die Maxime muss aber lauten: Optimieren und nicht Maximieren, ein Niedrig- oder Nullenergiehaus kann nicht erreicht werden. Das Dämmen kann eine von vielen Lösungen sein. In jedem Fall muss es höchstem Qualitätsanspruch unterliegen: Eine Außendämmung ist oft nicht ratsam, wegen der Veränderung der Fassade, eine Innen­dämmung bringt Fremdmaterialien ins Denkmal. Lehm als Dämmstoff ist z.B. bei Fachwerk­häusern ins Kalkül zu ziehen. Zu beachten ist, dass eine Dämmdicke von 8 – 10 cm völlig ausreichend ist.

Was die Barrierefreiheit anbelangt, können manchmal bereits Kleinigkeiten weiterhelfen, etwa das Anbringen von Kontrastpunkten für Sehbehinderte. Oft ist es aber auch Unbedachtheit vonseiten der Planer: Ein Kopfsteinpflaster ist unerträglich für Rollsteinfahrer, sie brauchen ebene Platten. Lifte sind einzubauen, was in manchen Denkmälern schwer zu realisieren ist, doch auch da gibt es bereits unkonventionelle Lösungen (Diagonallifte).

Was den Brandschutz anbetrifft, so ist zu raten, bei einem noch kleinen Brand beherzt vorzugehen mit Feuerlöscher oder notfalls Sprudelflasche. Denn aus einem kleinen Feuer kann blitzartig ein Großbrand entstehen. Muss die Feuerwehr erst ausrücken, so ist es für das bereits brennende Gebäude zu spät, da geht die Feuerwehr nicht mehr rein. Ihre Aufgabe ist es, die Nachbarhäuser zu schützen. Es gibt keinen optimalen Brandschutz, aber es muss gewährleistet sein, dass Menschen rechtzeitig das brennende Haus verlassen können. Neue Möglichkeiten können helfen, etwa die, den Sauerstoff – beispielsweise in Museen – soweit zu reduzieren, dass er für die Atemluft noch reicht, für einen eventuellen Brand aber nicht. Vor allem nachts bietet sich diese Lösung an.

Zu beklagen ist, dass sich der Staat mehr und mehr aus dem Denkmalschutz zurückzieht. An seine Stelle tritt die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Sie will breite Teile der Bevölkerung zu aktiver Mithilfe bewegen und ist wohl inzwischen zur größten Bürgerinitiative für den Denkmalschutz geworden.

Ulrike Besch

Adel verpflichtet

Symposium in Berlin am 25./26. November 2011

An der HTW-Berlin fand das Symposium „Adel verpflichtet – Ergebnisse zur Ausgrabung und Restaurierung der Barocksärge vom Schlossplatz Berlin-Mitte” statt. Über 100 aus ganz Deutschland nahmen an der Veranstaltung teil.

Grabungsfläche Schlossplatz (HTW Berlin)

Im April 2009 konnten am Schlossplatz in Berlin-Mitte bei einer Grabung des Landes­denkmalamtes Berlin vier barocke Särge geborgen werden. Die Blockbergungen kamen an den Studiengang Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik zum Schwerpunkt Archäologisch-Historisches Kulturgut und werden seitdem von Studierenden untersucht, bearbeitet und konserviert.

Plan vom Schlossplatz (HTW Berlin)

Die Spannbreite der Fragestellungen, die von der Bergung der zumeist organischen Feucht­funde, über die Dokumentation aller Arbeitsschritte bis zur Konservierung der Objekte reicht, bot durch die Vielfalt der vorgefundenen Materialien, wie Holz, Leder, Messing oder Eisen für mehrere Jahrgänge von Studierenden Projekt- und Abschlussarbeiten.

In diesem Jahr gehen die Arbeiten an den Särgen dem Ende entgegen und der Studiengang gab mit der Veranstaltung dem Fachpublikum und der Öffentlichkeit detaillierte und praxisorientierte Informationen und Einblicke in den gesamten Prozess des Projektes.

Organisiert wurde das Symposium von den Masterstudierenden Brit Göring, Katharina Kuntz, Marianne Landvoigt, Susanne Litty, Dorte Schaarschmidt und Mariam Sonntag. Unterstützt wird das Projektteam durch Lorenz Pöllmann M.A. und Dr. (des) Alexandra Jeberien.

Text siehe Homepage HTW Berlin

Klimastabilität historischer Gebäude

Abschlusskolloquium in München am 6. Dezember 2011

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP hat im Auftrag der Bayerischen Schlösser­verwaltung die Auswirkungen von Klima und Besucher auf das Innenraumklima der Königs­schlösser Ludwig II. untersucht. Es enstanden neue Lösungsansätze, die in einem abschließenden Kolloquium im Max-Joseph-Saal der Residenz in München erörtet wurden. Eindruckvolle Zahlen lieferte zu Beginn Dr. Wolfgang Kippes, Geschäftsführer Schloss Schönbrunn bei Wien. Gelder aus Eintritt und Museumsshop werden frei für die Restaurierung. Bereits ab 1992 gelang die thermische Ertüchtigung des Schlosses mit einer angemessenen Luftwechselrate. Nur im Kinderbereich wird das Schloss nach dem Grosseschmidt-Prinzip der Temperierung geheizt.

Tagung im festlichen Max-Josephsaal in der Residenz München
(Foto: Besch)

In dem dreijährigen Projekt „Klimastabilität historischer Gebäude” ging es um Schloss Linderhof und das Königshaus am Schachen. An beiden Gebäuden führten Bauphysiker und Restauratoren Klimamessungen und Materialuntersuchungen vor Ort durch. Es entstanden hygrothermische Raummodelle. Dipl.-Rest. (Univ.) Ralf Kilian, spezialisiert auf Preventive Conservation, nahm die messtechnischen Untersuchungen vor in Verbindung mit einer rechnerischen Simulation, bei der die Einflüsse auf das Mikroklima einzeln betrachtet werden können. Maßnahmen zur Stabilisierung des Raumklimas fließen so bereits in die Planungs­phase ein.

Das Klima im Königshaus am Schachen im Wettersteingebirge auf 1876 m Höhe prägen lange Frostperioden im Winter und schnelle Wetterwechsel im Sommer. Es erfolgten Langzeit­messungen der r.F. und der Temperatur. Die restauratorische Untersuchung der Ausstattung, etwa der Textilien im Türkischen Saal, ergab einen erstaunlich guten Erhaltungszustand trotz des rauen Klimas. Die hygrothermischen Bedingungen im Raum maß man mit der am Fraunhofer IBP entwickelten Gebäudesimultionssoftware WUFI® Plus. Wärmeverluste durch Transmission, Verdunstung und Lüftung wurden berechnet. Gerade der Luftwechsel in Räumen hat enormen Einfluss auf die Stabilität des Raumklimas. Als günstig für das gute Klima im Türkischen Saal erwiesen sich die Haus-in-Haus-Konstruktion, die verwendeten Materialien mit einer hohen Feuchtepufferung, die konsequente Instandhaltung und die geringen Besucherzahlen. Das Schachenhaus verfügt weder über eine Beheizung noch über eine Klimatisierung. Also liegt der Schluss nahe, dass das konstante Klima im Inneren für den Erhalt der Ausstattung wichtig ist.

Anders ist die Situation in Schloss Linderhof, das mit 450.000 Besuchern zu den beliebtesten Schlössern in Bayern zählt. Untersuchungen erfolgten zur Gebäude­konstruktion, Nutzung, Lüftung und zum Raumklima. Innerhalb des Projektes sollten die Klimaauswirkungen auf das Schloss und seine Ausstattung erarbeitet und ein neues Klimakonzept entwickelt werden. Die relative Feuchte liegt im Jahresmittel über 70%. Hohe Temperaturen im Sommer erforderten ein Öffnen der Fenster und Türen, um die Schwüle im Raum zu beheben. Als besonders negativ erwiesen sich die unterschiedlichen Besucher­zahlen, die einen Klimawechsel im Inneren bewirken und alles andere als konstant sind. Jetzt wird ein mehrstufiges Lüftungskonzept eingeführt mit einfachen Lösungen wie Feuchte gesteuerte Temperierung und mechanische Lüftung.

Ulrike Besch

Künstlerische Techniken im Mittelalter

Tagung in Berlin vom 9. – 11. Dezember 2011

Faltblatt der Tagung (Foto: Interdependenzen)

Das Fachgebiet Kunstgeschichte lud zur Internationalen Tagung „Interdependenzen – Künste und künstlerische Techniken 1430 –1550” an der TU Berlin ein. Alle Interessierten waren bei freiem Eintritt willkommen.

Technische Innovationen ermöglichen nicht nur neue Produktionsverfahren, sondern eröffnen stets auch neue Möglichkeiten der Formgebung. Zugleich wirken sie auf bereits etablierte Verfahren, Medien und Gattungen zurück. Den Interdependenzen zwischen den Künsten und den künstlerischen Techniken geht ein Projekt am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik an der TU Berlin nach. Ziel ist es, parallel Phänomene in den Bildgattungen durch die Jahrhunderte zu analysieren, das innovative Potenzial unterschiedlicher Verfahren in den Blick zu nehmen und nach deren Bedeutung für Transformationen in Stil, Ikonographie und Funktion zu fragen.

Die Tagung war dem Zeitraum gewidmet, in dem Differenzen zwischen künstlerischen Konzepten und deren Umsetzung in der Praxis greifbar werden: den Jahren zwischen 1430 und 1550. Auf der einen Seite standen Experimente mit neuen Materialien und Verfahren – der zunehmende Einsatz ölhaltiger Bindemittel, die Einführung und Weiterentwicklung druckgrafischer Verfahren, die Wiederentdeckung des großformatigen Bronzegusses und des Hohltreibens – auf der anderen Seite kunsttheoretische Modelle, die programmatisch eine Entmaterialisierung der Kunst forderten und damit die Marginalisierung handwerklich-technischer Aspekte betrieben. In diesem Spannungsfeld war die Rolle der künstlerischen Techniken zu untersuchen und das Verhältnis von technischen und künstlerischen Innovationen zu erörtern.

Nach dem Text der TU Berlin

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