Das europäische Kobaltblau

Im frühen 18. Jahrhundert, so fanden Forscher aus Großbritannien heraus, verwendeten chinesische Künstler Kobaltblau aus Europa für die Glasur des »Famille-Rose-Porzellans«. Kobaltblau war ein wichtiges Pigment für die chinesische Porzellanherstellung der Qing Dynastie (1644–1912). Das Kobaltblau, das man für die weiß-blaue Keramik verwendete, stammte aus lokalen Minen, hatte aber einen hohen Mangan-Anteil. Für das »Famille-Rose-Porzellan« war das feinere europäische Kobalt geeignet, das ein reineres Blau erzeugte. Zudem lief es beim Glasieren im Ofen nicht aus.

Teller im Famille-Rose-Stil, Qing-Dynastie
(Foto: CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1002001)

Andrew Shortland, Professor am Cranfield Forensic Institute in Wiltshire/UK, testete mit seinem Team 112 Porzellanfragmente unter Verwendung von Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (inductively coupled plasma mass spectrometry, ICP-MS), eine Analysenmethode in der anorganischen Elementanalytik. Die »Famille-Rose«-Proben wiesen Kobalt mit einem hohen Anteil an Nickel, Zink, Arsen und Wismut auf und in nur geringem Maß Mangan. Bei chinesischem Kobalt waren diese Charakteristika nicht zu finden, dagegen hatte Kobalt aus dem Erzgebirge in Deutschland eine ähnliche Zusammensetzung. Die Wissenschaftler nehmen an, dass das Kobalt in Form von farbigem Glas von Deutschland über den Hafen London nach Guangzou (Kanton) verschifft wurde und von dort in den Norden Chinas, in die Stadt der Porzellanherstellung, nach Jingdezhen, gelangte (The Journal of Archaeological Science, April 2017).

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