Kunsthalle Mannheim zieht um

Für die Öffentlichkeit ist die Kunsthalle Mannheim derzeit geschlossen. Doch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für die Eröffnung des Museumsneubaus im Dezember 2017. In den ehemaligen Sammlungsräumen der ARCHE im Jugendstilbau entstand ein Restaurierungsatelier.

Derzeitiges Restaurierungsatelier in der ARCHE im ersten Obergeschoss
des Jugenstilbaus (Foto: Kunsthalle Mannheim)

Das Team um Kunsthallen-Restauratorin Katrin Radermacher ließ Absaugvorrichtungen, Tageslichtlampen und Chemieschränke installieren. Hier werden bis Sommer 50 Gemälde und 15 Skulpturen – insbesondere Gemälde nach 1945 und Gegenwartskunst – restauriert und für die Präsentation im Neubau vorbereitet. Auch der Umzug der Mannheimer Sammlung ist anzuberaumen: von den Außenlagen zurück an den Friedrichsplatz, vom Jugendstilbau in die Galerieräume des Neubaus oder in die neuen Depots im Untergeschoss.

Vorbereitung für den Umzug (Foto: Kunsthalle Mannheim)

Das Expertenteam der Kunsthalle Mannheim leitet Dr. Inge Herold, stellvertretende Direktorin und Leiterin der Wissenschaftsabteilung. Sie bereitet mit den Restauratoren und Kuratoren, der Registrarin und den Ausstellungstechnikern den Umzug vor. Konkret ist das neue Depotsystem zu planen, Rücktransporte zu koordinieren, Zustandsprotokolle vorzubereiten. 360 Keramikobjekte der Mannheimer Werkkunst-Sammlung müssen fotografiert und in die Datenbank aufgenommen werden. Die bis dato wenig bekannte Sammlung wird zur Eröffnung im Dezember 2017 erstmals vollständig präsentiert. Der erste Umzug fand bereits 2014 statt. Vor dem Abriss des Mitzlaffbaus wurden 1000 Gemälde und 650 Skulpturen aus den Depots im alten Bunker herausgeholt und in Sicherheit gebracht. Im Sommer 2017 werden sie bereits die neuen Depots beziehen.

Barcodesystem

Die Sammlungsdatenbank der Kunsthalle Mannheim wird mit einem Barcodesystem aufgerüstet, das derzeit in keinem anderen Museum in Deutschland und nur in wenigen in Europa genutzt wird. Jedes Objekt erhält einen solchen Code, der aus schwarzen Strichen auf weißem Grund besteht und den man von der Supermarktkasse kennt. Künftig sind damit alle Standortwechsel automatisch in der Museumsdatenbank nachvollziehbar.

Kunsttransporte

Insgesamt werden bis Oktober 2017 etwa 50 Kunsttransporte durchgeführt. Nach einer Klimatisierungsphase ausgepackt, werden Teile der Sammlung über zwei Frachtaufzüge direkt in die Lagersystematik im Untergeschoss integriert. Im Erdgeschoss wird ein »Basislager« aus Kunstwerken aufgebaut, von dem aus die Galerieräume und das Schaudepot für die Eröffnungspräsentation bestückt werden. Besondere Herausforderungen stellen schwere Kunstwerke dar, wie die Bronzeskulptur »Capricorne« (1948–64) von Max Ernst oder auch das Materialbild »Große Fracht« von Anselm Kiefer, das sich über knapp vier Meter Breite spannt. Das Gemälde von Claude Manet muss ausgerahmt werden, damit das Bild vom Jugendstilbau in seinen maßgeschneiderten Raum im Neubau, direkt am Friedrichsplatz, einziehen kann. Ortspezifische, neue Werke von Gegenwartskünstlern wie Dan Graham, James Turrell und William Kentridge werden den jeweiligen Räumlichkeiten angepasst.

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