Filmrestaurierung

Anfang Februar 2018 war im Rahmen der Berlinale eine digital restaurierte Fassung des Films »Das Cabinet des Dr. Caligari« von 1920 zu sehen. Zwei Jahre dauerte das Projekt und kostete eine sechsstellige Summe. Es ist die erste Restaurierung, die auf dem Kamera­negativ basiert. Denn das Problem ist das Material der Filme. Fotografischer Film hat zwei grundlegende Komponenten: das Trägermedium und die Emulsion, mit der es beschichtet ist und in der das fotografische Bild gebunden ist. Als Trägermaterial diente zu Stummfilmzeiten Zellulose-Nitrat, erst später setzte sich Acetat-Zellulose und in den 50er-Jahren Polyester durch. Wärme und Feuchtigkeit setzen dem Material zu, der Herstellungsprozess der Veresterung kehrt sich allmählich um – es kommt zu einer Hydrolyse.

Der Stummfilm »Das Cabinet des Dr. Caligari« gilt als expressionistisches Meisterwerk.
Zwei Jahre lang arbeiteten Restauratoren an einer neuen, digitalen Fassung des Films.
(Foto: Deutsche Filminstitut, Frankfurt)

Dabei werden Teile der zur Herstellung eingesetzten Säure frei, das Material wird instabil und zugesetzte Weichmacher treten aus. Für die jetzige digitale Fassung kamen zusätzlich fünf Verleihkopien für verlorene Teile zum Einsatz. Die Restauratoren erstellten mittels digitaler Technik ein sogenanntes Komposit. So kann es sein, dass in der neuen Fassung in einer Einstellung der Raum im Film aus dem Originalmaterial stammt, der Darsteller aber aus einer der Verleihkopien. Für eine Szene auf dem Jahrmarkt setzten die Restauratoren einem Gesicht aus dem Kameranegativ sogar einen Mund aus einer anderen Version des Filmes ein. Anke Wilkening, Filmrestauratorin der Murnau-Stiftung, war bereits bei der Restaurierung von Fritz Langs Science-Fiction-Klassiker Metropolis 2010 federführend.

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