Forschung meets Digitalisierung

Die Projektmitarbeiter Jennifer Kirchhoff und Philipp Hoffmann beim Sichten der Einrichtungsentwürfe »Heinr. Pallenberg« im Kölnischen Stadtmuseum (Foto: Kölnisches Stadtmuseum)

Im Kölnischen Stadtmuseum startet ein Digitalisierungs­projekt zu historischen Möbel- und Einrichtungsentwürfen. Die zwischen 1827 und 1959 existierende Kölner Möbel- und Einrichtungsfirma »Heinr. Pallenberg« stellte hoch­wertige Inneneinrichtungen her. Davon zeugen über 360 Entwürfe aus dem Nachlass der Firma. Die zum Teil großformatigen Blätter sollen in Kürze digitalisiert werden, um sie online der interessierten Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich zu machen. Dabei sollen neue Formen der digitalen Präsentation und Nutzbarkeit erprobt werden. Ein weiteres Ziel des Projektes besteht darin, möglichst viele Entwürfe noch vorhandenen Möbelstücken und Einrichtungen zuzuordnen.

Um diese erhaltenen Objekte für die Forschung zu dokumentieren, verbreitet das Kölnische Stadtmuseum jetzt über verschiedene Kanäle einen Such-Aufruf: Alle Museen, Sammler und Privatleute, die im Besitz von Möbelstücken der Firma »Heinr. Pallenberg« sind, bittet das Museum, sich zu melden (E-Mail an jennifer.kirchhoff@stadt-koeln.de und philipp.hoffmann@stadt-koeln.de).

Pallenberg

Das Unternehmen »Heinr. Pallenberg« wurde 1827 von dem Kölner Schreiner Heinrich Pallenberg (27. Dezember 1802, Köln bis 5. April 1884, Köln) in der Straße Am Alten Ufer 41 gegründet. Aus der kleinen Tischlerei entwickelte sich in den nächsten Jahrzehnten eine Firma mit über 300 Mitarbeitern. Als eines der ersten Unternehmen seiner Art setzte »Heinr. Pallenberg« Dampfmaschinen für einzelne Fertigungsschritte innerhalb der ansonsten handwerklichen Produktion ein. So konnte man dem wachsenden Bedürfnis der bürgerlichen Gesellschaft nach gediegenem Luxus und Repräsentation gerecht werden. In der Kölner Produktionsstätte wurden Möbel und vollständige Raumausstattungen nach individuellen Stilvorlieben für private und öffentliche Auftraggeber gefertigt, darunter das Hotel Adlon in Berlin, das Schloss Drachenburg in Königswinter oder der Parfumhersteller Giovanni Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz in Köln. Historismus und gemäßigte Moderne trafen hier in zeittypischer Form aufeinander. Der billigeren Konkurrenz der industriellen Möbelproduktion hatte die Firma ab den späten 1920er Jahren jedoch immer weniger entgegenzusetzen. 1959 musste sie Konkurs anmelden. Die eindrucksvollen, farbig kolorierten Entwürfe übernahm das Kölnische Stadtmuseum, während die Firmenunterlagen sich heute in der Stiftung Rheinisch- Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln befinden.

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