Elfenbein

Elfenbein 3D

Die Technische Universität Wien Institut für Werkstoff­wissenschaften und Werkstoff­technologie (FFG) startete ein Projekt. Von 2018–2021 produziert sie 3D-gedrucktes Elfen­bein als nachhaltigen Werkstoff für die Restaurierung von Kunstobjekten. Natürliches Elfenbein ist ein Werkstoff, der aufgrund ethischer Bedenken nicht zur Verfügung steht. Ein künstliches Ersatzmaterial muss eine Reihe von Anforderungen erfüllen, um als adäquate Alternative für das natürliche Material in Frage zu kommen: Es muss gut zu verarbeiten sein und die ästhetischen Eigenschaften des Elfenbeins vermitteln.

Elfenbeinmöbel aus Berlin: Der Tisch wird zunächst im noch nicht
restaurierten Zustand gezeigt.
(Foto: SPSG)

Das Ersatzmaterial wird lithographiebasiert gefertigt in Kombination mit geeigneten keramik­gefüllten Photopolymeren. Die zu entwickelnden Photopolymere (organische Matrix mit anorganischen Füllstoffen und Farbpigmenten) haben einen ähnlichen morphologischen Aufbau wie natürliches Elfenbein, wodurch sich ähnliche optische Eigenschaften erzielen lassen. Durch den Einsatz lithographiebasierter additiver Fertigung (3D-Druck) sind Bauteile mit der geforderten geometrischen Auflösung und Bauteilkomplexität herstellbar. Um auch die feinen Maserungen von Elfenbein umzusetzen, werden die Bauteile mit Oberflächen­texturen versehen, die in weiterer Folge eine händische, selektive Einfärbung des Materials ermöglichen. Als Demonstrationsobjekt dienen die fehlenden Elfenbeinkapitele des Schreins Friedrichs des Schönen.

Schloss Oranienburg, Elfenbeinsitzgruppe um 1640
(Foto: SPSG/Hans Christian Kraas)

Elfenbeinmöbel

Eine Möbelgruppe aus Elfenbein ist neuerdings im Schlossmuseum Oranienburg zu sehen. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) erhielt Teile der seit 70 Jahren als vermisst geltenden Garnitur zurück. Man hatte sie im Schlossmuseum Arnstadt in Thüringen aufgefunden. Die Möbel sind in Brasilien um 1640 gefertigt auf Bestellung von Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604–1679). Ursprünglich waren sie Teil einer kompletten Raumausstattung. Die Möbel gelangten zunächst durch Verkauf ins Berliner Schloss. Man gab sie dann an die Kunstkammer ab und verbrachte sie schließlich in das Hohenzollernmuseum im Berliner Schloss Monbijou. Nach dem Zweiten Weltkrieg im thüringischen Schloss Molsdorf deponiert, kamen sie in DDR-Zeiten nach Potsdam-Sanssouci. 1979 erfolgte eine Restaurierung von Teilen der Ausstattung in Amsterdam. Die drei Sitzmöbel, der Tisch, die Guéridons und der Spiegel bestehen aus massivem, teils furniertem afrikanischen Elfenbein.

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