Altägyptische Holzprothese

Ägyptologen der Universität Basel haben einen besonderen Grabfund untersucht. Das Objekt aus dem frühen 1. Jahrtausend v.Chr. stammt aus einer Frauenbestattung aus der Nekropole von Sheikh ´Abd el-Qurna bei Luxor. Das Gebiet wird derzeit mit modernsten Methoden erforscht. So untersuchte das internationale Team die bisher einzigartige früheisenzeitliche Holzprothese mit mikroskopisch, mit Röntgentechnik und Computertomografie.

Zehenprothese aus dem thebanischen Grab TT95, Ägyptisches Museum Kairo, JE100016a
(Foto: Universität Basel, LHTT/Matjaž Kacicnik)

Es wies nach, dass der Holzzeh zu Lebzeiten an den Fuß der Besitzerin, der Tochter eines Priesters, angepasst und dafür mehrmals überarbeitet wurde. Neu bestimmten die Forschenden auch die verwendeten Materialien und die Technik von Herstellung und Anwendung. Beteiligt waren das Ägyptische Museum in Kairo – wohin die Prothese nach ihrer Auffindung gebracht wurde – und das Instituts für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich. Bei dem vom Nationalfonds unterstützten Projekt werden mikroanalytische, naturwissenschaftlich orientierte Methoden sowie Präzisionstechnologien in Vermessung und Fotografie angewendet.

Grabungsareal im Friedhof von Sheikh ‘Abd el-Qurna
(Foto: Universität Basel, LHTT/Matjaž Kacicnik)

Grabungsstätte

Der früheisenzeitliche Prothesenbefund stammt aus einem geplünderten Schachtgrab, das in den Felsboden einer älteren, lange Zeit ungenutzten Grabkapelle am Friedhofshügel von Sheikh ´Abd el-Qurna westlich von Luxor – dem früheren Theben – geschlagen worden war. Diese Kapelle gehört zu einer Gruppe monumentaler Felsgräber aus dem späten 15. Jahrhundert v. Chr., die für eine kleine, dem Königshaus nahestehende Oberschicht erbaut worden sind. Seit Ende 2015 untersucht die Universität Basel diesen altägyptischen Elitefriedhof, seine lange Nutzungsgeschichte und seine Umgebung. Gemeinsam mit Geodäsie- und Geologie-Fachleuten der ETH Zürich ist das Basler Archäologenteam dabei, die natürlichen und erbauten Strukturen des Grabungsareals und seiner Umgebung wissenschaftlich zu erfassen. Für dieses Gebiet werden zurzeit geometrisch präzise digitale Höhen-, Landschafts- und Architekturmodelle erarbeitet. Diese werden zu einer 3D-Karte zusammengeführt, die die Morphologie des Geländes wie auch die unterirdischen Baustrukturen abbildet.

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