Grabbüsten aus Palmyra in Rom

Weibliche Grabskulptur, Sandstein, Palmyra, 2./3. Jh. nach Chr.
(Foto: Edoardo Loliva © ISCR-MiBACT)

Zwei Grabskulpturen aus Palmyra/Syrien kamen zur Restaurierung nach Italien. Ermöglicht hat das die Kooperation zwischen der »Associazione Incontro di Civiltà« und dem »Directorate General for Antiquities and Museums of the Republic of Syria« (DGAM). Die Büsten waren ausgestellt in der Schau »Reborn from Destruction: Ebla, Nimrud, Palmyra« im Colloseum/Rom. Die Restaurierungswerkstätten des »Istituto Superiore per la Conservazione ed il Restauro« (ISCR) nahmen sich der durch den IS mit dem Hammer malträtierten Gesichter an.

Zwei größere und sieben kleine Partikel konnten beim weiblichen Kopf gesichert werden. Vom Gesicht des Mannes blieben nur zwei größere Fragmente, es fehlten die Haare und die linke Augenpartie mit Ohr. Zahlreiche Risse und Absandungen waren an beiden Büsten zu registrieren. An der männlichen Skulptur fanden sich originale Inschriften, am weiblichen Kopf Spuren eines violetten Markers.

Männliche Grabskulptur, Sandstein, Palmyra, 2./3. Jh. nach Chr.
(Foto: Edoardo Loliva © ISCR-MiBACT)

Sowohl der Stein wie die Pigmente wurden mit allen verfügbaren naturwissenschaftlichen Instrumentarien analysiert, Gipsausbesserungen identifiziert. Die Reinigung umfasste die mechanische Bearbeitung und den Laserabtrag des violetten Markers.

Das Zusammensetzen der Fragmente erfolgte mit dem Epoxidharz Paraloid B72 auf einer reversiblen Schicht, Ergänzungen mit Kalkmörtel. Die fehlende linke Gesichtshälfte der männlichen Figur ersetzt jetzt eine in 3D-Technik ausgeführte Spiegelung der erhaltenen Hälfte. Die eingesetzte Partie aus gesintertem Nylonpulver fixieren drei Neodym-Magneten, die wiederum mit kleinen eingeklebten Stahlelementen (ebenso auf einer reversiblen Schicht) angebracht sind. Das eingesetzte Element ist ein wenig flacher gearbeitet, um die »Unterkonstruktion« zu ermöglichen. Mit Kalkmörtel erfolgte die Retusche des ergänzten Elements. Vor dem Einsetzen gab es Tests in der Klimakammer, um die Temperatur und Luftfeuchte des Museums in Palmyra zu simulieren. Dorthin kehren die beiden Grabbüsten wieder zurück.

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