Museum der Nachkriegszeit

Die Stadt Frechen/NRW ist seit dem Mittelalter bekannt für die Herstellung von Töpferware. Daher baute man in den 1970er Jahren ein Museum für historische und moderne Keramik.

Das Museum für Keramik in Frechen
(Foto: Marie-Luise Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz)

Das »Keramion« entstand in der für die Nachkriegszeit typischen Stahlbeton-Schalenkonstruktion. Vier beidseitig mit glasierten »KerAionplatten« verkleidete Betonleitwände führen die Besucher zum Eingang im Erdgeschoss und dienen innerhalb des Museums zur Abtrennung der Nebenräume. Diese Platten entwickelte Ende der 1960er Jahre die Firma Cremer & Breuer als Weltneuheit. Sie sind bis zu 2 Quadratmeter groß und maximal acht Millimeter dick. Beim »Keramion« zieren die Platten braune, blaue und grünliche Glasuren.

Korrodierte Leitwände (Foto: Marie-Luise Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz)

Die vier Leitwände weisen mittlerweile im Fundament und im Beton starke, die Statik gefährdende Korrosionsschäden auf. Nach einer restauratorischen Voruntersuchung soll zunächst die Instandsetzung und Restaurierung der Leitwände B und C erfolgen. Die Platten sollen mit einer Trägerplatte verbunden werden, um dann wieder in die Betonwände eingebaut zu werden.

Die Architektur des »Keramion«

Das »Keramion« errichteten 1970/71 der Kölner Architekt Peter Neufert und der Ingenieur Stefan Polonyi im Auftrag der Cremer & Breuer Steinzeugwerke GmbH. Die Dachkonstruktion des Rundbaus ist das prägende Element. Der Stahlbeton-Schalenkörper besteht aus einer einschwingenden, kreisförmigen Schale mit einem Durchmesser von 32 Metern. Aus ihr stülpt sich über einen parabelförmigen Innenbogen ein nach oben auskragender Aufsatz. In ihn ist eine Lichtkuppel von fünf Metern Durchmesser integriert. Im Zentrum ruht das dünnwandige Dach auf fünf sich stark verjüngenden Pilzstützen, die im Untergeschoss als Rundstützen ihre Fortsetzung finden. Neufert gestaltete die Silhouette in Form einer Töpferscheibe, die den inhaltlichen Bezug deutlich machen soll. Das Gebäude stellt die Keramiksammlung von Dr. Gottfried Cremer aus.

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