Substanz der Nachkriegszeit verschwindet

Die Hedwigskirche in Berlin-Mitte, heute Kathe­drale des Erzbistums Berlin, entstand zwischen 1747 und 1773 nach Plänen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und Jean Laurent Legeay. Der dem Pantheon nachempfundene Bau war für die neuen katholischen Einwohner Berlins aus Schlesien gedacht. Im Zweiten Weltkrieg brannte die Kirche fast vollständig aus.

Der Innneraum von St. Hedwig von 1958-1963 (Foto: DSD) BE_Berlin_St_Hedwigs-Kathedrale_Rossner_95262

Architekt Hans Schwippert entschied sich bei der Neugestaltung des Innenraums 1958-1963 für eine ungewöhnliche Lösung: Mit einer großen Öffnung und einer Treppe im Hauptraum verband er den oberen und unteren Kirchenraum. Die Pläne arbeitete er in enger Abstimmung mit seinen Auftraggebern im Berliner Bistum aus und realisierte sie mit einem Team von Bauleuten, Handwerkern und Künstlern aus Ost- und Westdeutschland. Der jetzt geplante Totalumbau ist umstritten. Der Landesdenkmalrat setzt sich für einen sensiblen Umgang mit der vorhandenen Substanz ein. Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin hat sich dagegen für eine Neugestaltung ausgesprochen, für die Umsetzung des Siegerentwurfs der Architekten Sichau & Walter/Zogmayer. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) plädiert für eine Restaurierung der Nachkriegsarchitektur wegen der ungewöhnlichen Komplexität architektonischer, kunst-, kirchen- und liturgiehistorischer Ideen. Zudem appelliert die Stiftung daran, die Denkmalschutzgesetze zu beachten. Im Falle des Umbaus werden die Kosten mit 43 Millionen Euro beziffert, im Fall der Sanierung schwanken sie zwischen fünf bis rund 17 Millionen Euro.

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