Antwerpener Altar in Schwerte

Die Kirche St. Viktor in Schwerte/Nordrhein-Westfalen enthält eine Reihe von bedeutenden Kunstwerken. Eines davon ist der monumentale Antwerpener Schnitzaltar im Chor. 1523 entstanden, zählt er zu den größten und besterhaltenen Flügelaltären im Land. Der Altar­schrein besteht aus 15 geschnitzten Feldern und über 150 mit spätgotischem Astwerk eingerahmten vergoldeten und gefassten Figuren. Die beiden jeweils dreifach in der Höhe unterteilten Seitendoppelflügel, bestehend aus mehreren durch Scharniere verbundenen Läden, zeigen 72 Gemälde, die beidseitig angebracht sind und so verschiedene Verschluss­zustände des goldenen Mittelschreins ermöglichen.

Chorraum in St. Viktor/Schwerte mit eingepasstem monumentalen Altar
(Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann)

Der Altar war stark verschmutzt, die Fassung locker, ausgebrochen und rissig, die Mal­schicht in Teilen gefährdet. Zur Behebung der Schäden erstellte eine Restauratorin des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege ein umfassendes Schadensgutachten. In einem Video berichtet sie von dem abgesehen von den Schmutzschichten weitgehend guten Erhaltungszustand. Da der Altar nie auseinander genommen wurde, bestehen auch noch die originalen Montagen. So ging es vor allem darum zu entstauben und zu reinigen. Daneben tauchten Fragen auf, wie die Werkstatt funktioniert hat, wie viele Gewerke zusammen­arbeiteten. Typisch für die Antwerpener Altäre sind die vielen gegossenen Metallpflänzchen, die auf den Bodenflächen befestigt sind.

Detail des Antwerpener Altars (Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann)

Ikonographie

15 geschnitzte Bildfelder zeigen Szenen aus der Kindheit und Passion Christi, daneben die sogenannte Gregormesse sowie eine Mater dolorosa. Auf den doppelten Flügelpaaren sind zweiundsiebzig Szenen aus der Werkstatt des Adrian van Overbeck auch mit der Legende des heiligen Viktor dargestellt. Der untere, beidseitig eingezogene Teil der Schreintafel, besitzt sieben Nischen, in denen einst 12 Alabasterfiguren, die 12 Apostel, jeweils zu zweit in einer Nische standen und den in der Mittelnische sitzenden Jesus flankierten. 1888 wurden diese Figuren gestohlen, nur neun von ihnen, teilweise schwer beschädigt, konnten noch geborgen werden.

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