Das Evangelium in 38 Bildern

Unionskirche in Idstein

Die evangelische Unionskirche in Idstein ist in ihrer Ausschmückung eine ganz besondere Kirche. Seit 1917 – hundert Jahre nach der Nassauischen Union, der Vereinigung von lutherischer und reformierter Kirche im Herzogtum Nassau – trägt die Kirche den Namen Unionskirche. Um 1330 als überwölbte Hallenkirche gebaut, veränderte sie sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu einer barocken Basilika.

Großformatige Ölgemälde aus der Rubens-Schule von 1665–1677 im Innenraum der Evangelischen Unionskirche in Idstein
(Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Zimpel)

Die Decke und die Wände des Obergadens erhielten vollflächig 38 in Öl auf Leinwand gemalte Szenen aus den Evangelien. Das Altarbild und auch 35 der Wand- und Deckenbilder stammen von Michel Angelo Immenraedt aus Antwerpen, 5 Bilder Johann von Sandrart.

Beispielhaft sei das Gemälde »Auferstehung« erwähnt, mit 355 cm x 300 cm eines der größten Bilder. Die drei zusammengenähten Bahnen aus relativ dünner Leinwand hingen bald bauchig durch. Bereits 1700 erfolgte eine Doublierung mit einer zweiten, stabileren Leinwand. Diese entfernte man bei der Restaurierung in den 1930er Jahren und ersetzte sie durch eine 8 mm dicke Sperrholzplatte. Als Kleber diente eine Wachs-Harz-Mischung. Beim Aufkleben bildeten sich entlang der Stoßkanten Stauch­falten. Bei früheren Restaurierungen erhielt das Bild immer wieder transparente Überzüge, die im Laufe der Zeit vergilbten.

Bei der aktuellen Restaurierung konnten die Bereiche, in denen sich die Leinwand von der Sperrholzplatte löste, niedergelegt werden. Die vergilbten, dunklen Überzüge wurden aus konservatorischen Gründen entfernt, ebenso die Übermalungen und Überkittungen. Ein Dammarharz-Firnis schützt jetzt die Gemäldeoberfläche und verleiht den matten, zum Teil ausgelaugten Farben wieder Leuchtkraft und Tiefe. Um bei der Wiedermontage des Gemäldes eine bessere Lastenverteilung zu erzielen, erhielten die inneren Rahmenleisten Ringösen, um so das Gewicht des Gemäldes gleichmäßiger an der Balkendecke zu verteilen. Weitere Arbeiten betrafen Schäden im Mauerwerk durch aufsteigende Salze in der Folge eines Hochwassers 1956. Altrestaurierungen brachten mehr Nachteile als Nutzen, etwa der abdichtende eingezogene Betonboden in den 1960er Jahren oder wasserundurchlässiger offenporiger Sanierputz zu Beginn der 1980er Jahre. Die Gesamtkosten der langjährigen Restaurierung betrugen 3,3 Millionen Euro.

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